Der litauische Präsident Gitanas Nauseda (R) trifft den Direktor der Abteilung für Staatssicherheit Darius Jauniskis. | Bildquelle: ROBERTAS DACKUS HANDOUT/EPA-EFE/

Agentenaustausch Russland und Litauen lassen Spione frei

Stand: 15.11.2019 15:16 Uhr

Die litauische Regierung hat mit Russland einen Agentenaustausch vollzogen. Sie ließ zwei russische Spione frei, im Gegenzug übergab Moskau zwei Litauer und einen Norweger.

Russland und Litauen haben einen Agentenaustausch mit fünf Männern aus drei Ländern vollzogen. Das baltische EU-Land Litauen ließ zwei russische Spione frei. Im Gegenzug übergab Russland zwei Litauer und den Norweger Frode Berg. Die Agentur BNS meldete, dass die zwei litauische Bürger und der Norweger an einem Grenzpunkt übergeben worden seien.

Berg war im April in Russland zu 14 Jahren Haft wegen Spionage verurteilt worden. "Wir sind glücklich, dass Frode Berg wieder nach Hause kommt - als freier Mann", sagte die norwegische Premierministerin Erna Solberg. Sie dankte den litauischen Behörden für ihre Anstrengungen bei der Freilassung. Russland hatte Berg kurz zuvor aus dem Gefängnis entlassen, offenbar auf Initiative von Präsident Wladimir Putin.

Frode Berg | Bildquelle: MAXIM SHIPENKOV/EPA-EFE/REX
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Der Norweger Berg saß in Russischer Haft, wurde jedoch vor kurzem entlassen.

Agenten begnadigt

Litauens Präsident Gitanas Nauseda hatte zuvor die zwei wegen Spionage verurteilten Russen Nikolai Filiptschenko und Sergej Moissejenko begnadigt - nach Medienberichten auf Grundlage einer neuen Vorschrift des litauischen Strafgesetzbuchs, die erst Anfang dieser Woche in Kraft trat.

Nauseda machte damit den Weg für den Agentenaustausch frei. Der Chef des russischen Auslandsgeheimdienstes SWR, Sergej Naryschkin, hatte danach angekündigt, dass es "gleichwertige Maßnahmen" auf russischer Seite geben solle. Die beiden Russen waren 2017 zu Haftstrafen von zehn und zehneinhalb Jahren verurteilt worden. Beide sollen versucht haben, Agenten für den russischen Geheimdienst anzuwerben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. November 2019 um 16:30 Uhr.

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