Alexej Nawaly | dpa

Inhaftierter Kremlkritiker Nawalny droht offenbar Zwangsernährung

Stand: 12.04.2021 16:53 Uhr

Die russischen Behörden wollen den inhaftierten Kremlkritiker Nawalny offenbar zwangsernähren. Der 44-Jährige befindet sich derzeit im Hungerstreik - aus Protest gegen seine Haftbedingungen.

Dem inhaftierten Kremlkritiker Alexej Nawalny droht offenbar die Zwangsernährung. Gefängnismitarbeiter hätten damit gedroht, teilte Nawalnys Team über den Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Der 44-jährige Oppositionelle war Ende März aus Protest gegen seine Haftbedingungen in einem Straflager in den Hungerstreik getreten und hat seitdem nach Angaben seines Teams bereits acht Kilogramm verloren. Seit Haftantritt habe er schon 15 Kilogramm an Gewicht verloren.

Taubheit in Armen und Beinen

Nawalnys Unterstützer hatten zuletzt über eine weitere Verschlechterung seines Gesundheitszustands berichtet. Der Oppositionelle hat demnach Schmerzen im Rücken und Taubheitsgefühle in den Beinen und Armen. Eine angemessene medizinische Versorgung werde ihm vorenthalten. 

Nawalny hatte im August des vergangenen Jahres einen Anschlag mit einem Nervengift aus der Nowitschok-Gruppe überlebt. Er macht Staatschef Wladimir Putin persönlich für den Giftanschlag verantwortlich. Russland weist eine Beteiligung zurück.

Zweieinhalb Jahre Haft im Straflager

Nach dem Anschlag wurde der prominente Putin-Kritiker nach Deutschland geflogen und in der Berliner Charité behandelt. Unmittelbar nach seiner Rückkehr nach Russland im Januar wurde er festgenommen.

Der Oppositionspolitiker wurde dann wegen angeblicher Verstöße gegen seine Bewährungsauflagen zu mehr als zweieinhalb Jahren Haft in einem Straflager verurteilt. Die Entscheidung wurde international scharf verurteilt und löste Massenproteste in Russland aus. Zur Haft wurde Nawalny in ein Straflager in der Kleinstadt Pokrow gebracht, die etwa 100 Kilometer östlich von Moskau liegt.

Über dieses Thema berichtete Bayern 2 in den Nachrichten am 12. April 2021 um 15:00 Uhr.