Russische Polizisten nahe des Geheimdienst Gebäudes | Bildquelle: AP

Stadtzentrum von Moskau Tödliche Schüsse nahe Geheimdienstzentrale

Stand: 19.12.2019 22:01 Uhr

In Moskau hat ein Mann nahe der Zentrale des russischen Inlandsgeheimdienstes Schüsse abgefeuert. Ein Mitarbeiter kam ums Leben, auch der Angreifer ist tot. Zur Zahl der Täter hatte es zunächst widersprüchliche Angaben gegeben.

Im Stadtzentrum von Moskau sind nahe des Sitzes des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB Schüsse gefallen. Nach übereinstimmenden Berichten russischer Nachrichtenagenturen eröffnete ein bislang unbekannter Mann das Feuer, dabei wurde ein Mitarbeiter des Geheimdienstes getötet. Die Agenturen berufen sich auf Angaben des FSB.

Auch der Täter ist tot. Das bestätigte das staatliche Ermittlungskomitee am späten Abend. Er habe das Feuer auf die Sicherheitskräfte eröffnet, daraufhin sei er "liquidiert" worden, hieß es in der Mitteilung. Zuvor hatte der FSB erklärt, er sei "neutralisiert" worden. Seine Identität werde noch ermittelt.

Zwei FSB-Mitarbeiter seien schwer verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium mit. Insgesamt wurden demnach fünf Menschen verletzt. Über die Hintergründe der Tat ist noch nichts bekannt. Medien hatten anfangs von mindestens drei Toten berichtet.

Sicherheitsvorkehrungen nach Schüssen im Zentrum von Moskau
tagesschau 20:00 Uhr, 19.12.2019

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Ein Täter oder drei?

Unklarheit gab es zunächst auch über die Zahl der Täter. Berichte, wonach es mehrere Angreifer gewesen seien, wies der FSB zurück: Es habe sich um einen Einzeltäter gehandelt, der auch nicht in das Gebäude hinein gekommen sei.

Dagegen hatte etwa der Staatssender RT anfangs von drei Angreifern berichtet. Die Schüsse seien im Empfangsbereich des FSB gefallen, hatte es geheißen. Zwei Täter seien bei einem Schusswechsel mit dem Wachdienst ums Leben gekommen, ein dritter habe zunächst flüchten können, sei dann aber auch getötet worden. All diese Angaben wurden von offizieller Seite nicht bestätigt. Inzwischen spricht RT ebenfalls von einem Täter. AFP-Journalisten, die sich in der Nähe des Tatorts aufhielten, berichteten von Schüssen noch zwei Stunden nach dem Angriff.

Die Polizei riegelte das Gebiet ab. Die Moskauer Verkehrsbehörde teilte im Kurzbotschaftendienst Twitter mit, die Bolschaja-Lubjanka-Straße sei für den Verkehr gesperrt worden.

Präsident Putin informiert

Das zentrale Ermittlungskomitee in Moskau leitete ein Strafverfahren wegen Angriffs auf Angehörige der Sicherheitsorgane ein. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte der Staatsagentur Tass, dass der russische Präsident Wladimir Putin über den Vorfall informiert worden sei. Putin war demnach bei einem Konzert im Kreml, um den Tag des Mitarbeiters der staatlichen Sicherheitsorgane zu feiern. Dabei lobte er, dass seit Jahresbeginn 33 Terroranschläge in Russland verhindert worden seien.

Zuvor hatte Putin bei einer großen Pressekonferenz in Moskau gesagt, dass die Terroranschläge der Vergangenheit zu seinen schlimmsten Erinnerungen zählten - seit er vor 20 Jahren an die Macht kam.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 19. Dezember 2019 um 17:20 Uhr.

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