Einsatzkräfte versuchen in Norilsk mit schwimmenden Barrieren Öl aus dem Wasser zu fischen. | picture alliance/dpa

Notstand in russischer Stadt Tausende Tonnen Öl in Fluss ausgetreten

Stand: 02.06.2020 21:13 Uhr

In der sibirischen Stadt Norilsk hat sich ein schwerer Unfall ereignet: Bereits vergangenen Woche strömten dort 20.000 Tonnen Öl* aus einem Wärmekraftwerk in einen Fluss. Die Behörden haben den Notstand ausgerufen.

Nahe der sibirischen Stadt Norilsk ist es zu einem schwerwiegenden Öl-Unfall gekommen: 20.000 Tonnen* Diesel seien nach einem Leck in einem Wärmekraftwerk vergangene Woche in den Fluss Ambarnaja geströmt, teilte die Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk mit. Die Behörden riefen den Notstand aus.

Die Staatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren ein. Auf vom WWF veröffentlichten Satellitenbildern sowie in den Online-Netzwerken verbreiteten Videos war die Öl-Verschmutzung im Ambarnaja-Fluss deutlich zu sehen. Die Umweltschutzorganisation WWF begrüßte die Errichtung eines Damms, mit dem ein Abfließen des Öls in einen See verhindert werden soll.

Stützpfeiler sanken ab

Nach Angaben des russischen Bergbaukonzerns Norilsk Nickel wurde der Unfall durch ein Leck an einem Dieseltank in dem Wärmekraftwerk ausgelöst. Demnach wurde der Dieseltank beschädigt, als die ihn stützenden Pfeiler unerwartet in den Boden absanken. Die Pfeiler hätten den Tank "seit 30 Jahren ohne Probleme" gestützt, erklärte das Unternehmen.  Die über dem Polarkreis gelegene Großstadt Norilsk ist auf Permafrost gebaut. Die klimawandelbedingte Eisschmelze bedroht die gesamte Infrastruktur der Stadt. 

Der Chef von Norilsk Nickel, Sergej Lipin, erklärte, dutzende Arbeiter hätten bereits 500 Kubikmeter des verschmutzten Wassers entfernt. Die Säuberungsaktion dauere zudem weiter an. Nach Angaben der staatlichen russischen Umweltaufsicht wurde durch den Unfall kein Grundwasser verseucht. 

Die Chefin der Föderalen Umweltaufsichtsbehörde Rosprirodnadsor, Swetlana Radionova, veröffentlichte auf ihrer Facebookseite Bilder, die das Ausmaß der Verschmutzung zeigen sollen.

Nicht der erste Unfall für Norilsk Nickel

Bereits vor vier Jahren war es in einem von Norilsk Nickel betriebenen Werk zu einem Schadstoff-Unfall gekommen, bei dem ein anderer Fluss in der Region massiv verschmutzt wurde. Gegen den Konzern wurde damals eine Geldstrafe von umgerechnet weniger als tausend Euro verhängt.

* Anmerkung der Redaktion: Irrtümlicherweise stand hier 20.000 Liter. Wir bitten dies zu entschuldigen.