Eine Impfung mit dem Sputnik-Wirkstoff in Russland (Archivbild). | AP

Corona-Impfstoff Russland plant Light-Version von Sputnik V

Stand: 19.12.2020 03:26 Uhr

Russland will eine Light-Version seines Corona-Impfstoffes Sputnik V auf den Markt bringen. Sie soll als Übergangslösung dienen - und ist vor allem für den Export gedacht.

Von Stephan Laack, WDR

Russland impft seine Bevölkerung seit zwei Wochen in einer breit angelegten Aktion gegen Corona mit dem Impfstoff Sputnik V. Spürbare Effekte kann es noch nicht geben, da zwei Impfungen im Abstand von drei Wochen notwendig sind und sich die Immunität laut Entwickler erst nach 42 Tagen aufbaut.

Stephan Laack

Jetzt soll es eine Abkürzung dieses Prozesses geben - eine "Sputnik V Light Version", die Russland auf den Markt bringen will und die weitaus schneller wirke. Das verspricht jedenfalls das russische Gamaleja-Institut, das ihn entwickelt hat. Welch großes Potential eine solche Option biete, erklärte Russlands Präsident Putin im Anschluss an seine große Jahrespressekonferenz.

Experten sagen, es sei ein Impfstoff light, entwickelt vom Gamaleja-Institut. Mit nur einer Injektion wirkt er schneller. Das Schutzniveau ist zwar geringer, aber die Effizienz wird 85 Prozent erreichen.

Light-Version vor allem für den Export

Bislang heißt es, dass die Russen weiterhin mit dem bisherigen Impfstoff Sputnik V geimpft werden sollen. Die Light-Version sei vor allem für den Export ins Ausland gedacht, um in Hotspot-Regionen eingesetzt zu werden und schnell die dortigen Infektionszahlen zu senken. Eine Zwischenlösung, denn die Wirkung soll drei bis vier Monate anhalten. Der Leiter des Gamaleja-Instituts Ginzburg sieht die Sputnik V light-Version als wichtige Ergänzung zu anderen bereits vorhandenen Impfstoffen.

Kein Unternehmen der Russischen Föderation, Westeuropas, Amerikas oder der gesamten Welt kann angesichts einer Pandemie, die den gesamten Globus erfasst hat, schnell die erforderliche Menge an Impfstoffpräparaten produzieren. Daher ermöglicht dieses Impfstoff-Medikament, über das unser Präsident heute gesprochen hat, einen Kompromiss zwischen der Wirkdauer des Sputnik-V-Impfstoffs und der Notwendigkeit, die maximale Inzidenz, sogar Mortalität aufgrund dieser Krankheit, mit nur einer Komponente dieses Impfstoffs schnell zu senken.

Russland gehört zu den ersten Ländern weltweit, das seine Bevölkerung im großen Stil gegen Corona impfen lässt - allerdings noch vor Beendigung der dritten und entscheidenden Testphase des Vakzins Sputnik V. Erste aussagekräftige Ergebnisse soll es zu Beginn des kommenden Jahres geben. Die Weltgesundheitsorganisation WHO ist sehr daran interessiert, da man davon ausgeht, dass eine ganze Palette von Impfstoffen unterschiedlicher Hersteller notwendig sein wird, um den weltweiten Bedarf zu decken.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell Radio am 19. Dezember 2020 um 03:17 Uhr.