Logo des Energiekonzerns Gazprom auf einer Anlage des russischen Staatskonzerns in St. Petersburg. | picture alliance/dpa

Nord Stream 1 Gazprom sieht weiter Probleme bei Turbine

Stand: 25.07.2022 16:17 Uhr

Trotz erhaltener Unterlagen sieht der russische Energiekonzern Gazprom weiter Probleme beim Einbau der in Kanada gewarteten Turbine. Die Dokumente hätten "zusätzliche Fragen" aufgeworfen, noch immer seien Risiken nicht geklärt.

Der russische Energiekonzern Gazprom sieht trotz der erhaltenen Begleitdokumente Risiken für den Einbau der in Kanada gewarteten Turbine für die Pipeline Nord Stream 1. "Gazprom hat die betreffenden Dokumente studiert, muss aber konstatieren, dass sie die vorher genannten Risiken nicht lösen und zusätzliche Fragen hervorrufen", teilte das Unternehmen auf seinem Telegram-Kanal mit. Damit bleiben Fragezeichen um die Gaslieferungen über die Ostseepipeline bestehen.

Gazprom fordert, dass die Turbine aus dem Wirkungsbereich der kanadischen Sanktionen herausgenommen wird. Dies müsse auch dokumentiert sein, ansonsten stelle der Betrieb ein erhebliches Sanktionsrisiko dar, so das Unternehmen. Zudem blieben Fragen zu den Sanktionen seitens der EU und Großbritanniens offen, die wichtig für die Lieferung dieser Turbine und die Reparatur weiterer Aggregate der Ostseepipeline seien.

Lieferkürzungen seit Juni

Gazprom hatte im Juni die Lieferungen über Nord Stream 1 auf 40 Prozent gedrosselt und dies mit der fehlenden Turbine begründet, die in Kanada repariert und wegen der Sanktionen zunächst nicht mehr an Russland zurückgegeben wurde. Die Bundesregierung hält dies für ein vorgeschobenes Argument. Laut Wirtschaftsminister Robert Habeck hat Gazprom genug Turbinen. Berlin setzte sich aber dennoch für eine Lieferung der Turbine ein, um Russland keinen Vorwand für Lieferkürzungen zu liefern. Auf Bitten Deutschlands wurde die Maschine schließlich nach Deutschland gebracht, um von dort nach Russland transportiert zu werden.

Gazprom, deren Tochter Nord Stream AG die Turbine gehört, nannte zuletzt fehlende Unterlagen als Grund für die Verzögerung des Transports. Russlands Präsident Wladimir Putin hat gedroht, die Lieferungen von 40 auf 20 Prozent der Höchstmenge zu senken, wenn die Turbine nicht in dieser Woche wieder eingebaut ist.