Russlands Präsident Putin | AP

Putin kritisiert US-Raketenschirm in Osteuropa NATO-Raketenabwehr bedroht weltweite Sicherheit

Stand: 13.05.2016 20:40 Uhr

Russlands Präsident Putin will sich gegen die US-Rakatenabwehr in Osteuropa wehren. Sie stelle eine Bedrohung der weltweiten Sicherheit dar. In einen Rüstungswettlauf wolle man aber nicht einsteigen. Gestern wurde in Rumänien ein Teil der US-Raketenabwehr in Betrieb genommen.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat den Aufbau des NATO-Raketenschutzschirms in Osteuropa als weltweite Bedrohung kritisiert. "Das sind offensichtlich erste Schritte der USA, das strategische Gleichgewicht der Kräfte zu stören", sagte Putin der Agentur Tass zufolge. Deshalb müsse nun von Seiten Russlands alles unternommen werden, um die Balance der Kräfte zu sichern. "Das ist die verlässlichste Garantie, dass es nicht zu einem großen militärischen Konflikt kommt", so Putin. In einen neuen Rüstungswettlauf mit den USA wolle Russland nicht eintreten. Notfalls werde es aber seine Verteidigungsausgaben anpassen.

Die NATO hatte am Donnerstag auf der Militärbasis Deveselu in Rumänien einen wichtigen Teil der Raketenabwehr in Betrieb genommen. Sie soll vor allem mögliche Angriffe des Irans abfangen. NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg bestritt, dass das Abwehrsystem gegen Russland gerichtet sei.

Putin: Bedrohung durch den Iran ist Ausrede

Putin betonte, Russland habe die NATO mehrfach vor dem Aufbau einer solchen Raketenabwehr gewarnt. "Wir haben schon so oft über unsere Zweifel gesprochen, eine Zusammenarbeit vorgeschlagen - auch mit unseren amerikanischen Partnern. Aber alle unsere Vorschläge wurden leider abgelehnt." Der Verweis auf eine nukleare Bedrohung durch den Iran könne nicht länger ernstgenommen werden, sagte Putin weiter. Es handele sich lediglich um eine Ausrede der USA, um einen Raketenschild in Europa aufbauen zu können.

Weitere Raketenabwehranlage in Polen

An der nordpolnischen Luftwaffenbasis Redzikowo wurde heute offiziell mit dem Bau einer weiteren Raketenabwehranlage begonnen, die Teil des geplanten größeren Raketenschilds werden soll. Dieses soll 2018 betriebsbereit sein.

Polens Präsident Andrzej Duda begrüßte bei der Zeremonie das Engagement der NATO. "Nachdem wir schon vor Jahren der Nato beigetreten sind, kommt die NATO nun endgültig in Polen an", sagte er. Polen zählt zu jenen Ländern Osteuropas, die sich von Russland bedroht fühlen und für eine stärkere Präsenz der NATO werben.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 13. Mai 2016 um 18:43 Uhr

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Moderation 13.05.2016 • 22:36 Uhr

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