Rumäniens Präsident Klaus Iohannis tritt nach den ersten Prognosen vor seine Anhänger in Bukarest. | Bildquelle: ROBERT GHEMENT/EPA-EFE/REX

Präsidentenwahl in Rumänien Iohannis liegt mit Abstand vorn

Stand: 10.11.2019 21:06 Uhr

Die Rumänen haben auf Kontinuität gesetzt: Bei der ersten Runde der Präsidentenwahl erhielt Amtsinhaber Iohannis die meisten Stimmen - zur absoluten Mehrheit reichte es aber nicht. Er muss daher in die Stichwahl.

Bei der Präsidentenwahl in Rumänien liegt der pro-europäische Amtsinhaber Klaus Iohannis ersten Prognosen zufolge mit großem Abstand vorn. Der 60-Jährige kam demnach auf 39 Prozent der Stimmen. Er verfehlte aber die für einen Sieg in der ersten Runde notwendige absolute Mehrheit und muss in zwei Wochen in einer Stichwahl gegen den Zweitplatzierten antreten.

Sollten sich die Prognosen aufgrund von Nachwahlbefragungen bestätigen, würde die Sozialdemokratin Viorica Dancila in der Stichwahl gegen Iohannis antreten. Sie kann demnach mit 22,5 Prozent rechnen. Mit belastbaren Ergebnissen aufgrund der Auszählung von Stimmzetteln wird am Montag gerechnet.

"Noch nie haben die Rumänen so klar gegen die PSD gewählt"

Iohannis begrüßte das Ergebnis als eindeutiges Votum gegen Dancilas Partei PSD: "Noch nie haben die Rumänen so umfangreich und so klar gegen die PSD gewählt. Für Rumänien bedeutet dies einen enormen Schritt nach vorne", sagte er. Für die Stichwahl am 24. November rief er die Rumänen auf: "Kommt zur Wahl, damit ihr die PSD endgültig beiseitedrängt."

Rumänische Präsidentschaftskandidatin Viorica Dancila von der sozialdemokratischen PSD | Bildquelle: ROBERT GHEMENT/EPA-EFE/REX
galerie

Viorica Dancila von der sozialdemokratischen PSD hat offenbar Platz zwei erreicht - und wäre damit Iohannis' Gegnerin in der Stichwahl.

Neben Iohannis und Dancila bewarben sich der Chef der neugegründeten europafreundlichen Partei USR ("Union Rettet Rumänien"), Dan Barna, und der frühere Schauspieler Mircea Diaconu um das Präsidentenamt in Rumänien.

Dancila per Misstrauensvotum gestürzt

Dancila war von Januar 2018 bis vor einer Woche Ministerpräsidentin Rumäniens. Sie war per Misstrauensvotum im Parlament gestürzt worden. Ihr Nachfolger wurde Ludovic Orban, Vorsitzender der bürgerlichen Partei PNL, die den parteilosen Iohannis unterstützt.

Iohannis hatte Dancilas sozialdemokratische PSD im Wahlkampf als Bedrohung für die Demokratie bezeichnet. Dancilas Regierungszeit war von Konflikten mit der EU über geplante Einschnitte in das rumänische Justizsystem geprägt. Die Opposition warf ihr Korruption vor.

Iohannis Sieger der Rumänienwahl – Stichwahlen erforderlich
Clemens Verenkotte, ARD Wien
10.11.2019 22:11 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. November 2019 um 20:00 Uhr.

Darstellung: