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Bürgermeisterwahl in Istanbul "Erdogan hat den Bogen überspannt"

Stand: 24.06.2019 00:06 Uhr

Der türkische Präsident Erdogan habe ständig gegen den späteren Gewinner der Istanbuler Bürgermeisterwahl Imamoglu polarisiert, sagt ARD-Korrespondent Mayer-Rüth. Nun gebe es ernsthafte Risse in Erdogans Machtbollwerk.

Nach dem Sieg des CHP-Kandidaten Ekrem Imamoglu bei der Bürgermeisterwahl in Istanbul hat sich die Regierungspartei AKP selbst die Schuld am Ergebnis zuzuschreiben. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan habe den Bogen deutlich überspannt, sagt ARD-Korrespondent Oliver Mayer-Rüth. "Er hätte den Wählerinnen und Wählern Ideen anbieten müssen, wie man mit den wirtschaftlichen Problemen des Landes fertig wird." Stattdessen habe er scharf gegen Imamoglu polarisiert.

Oliver Mayer-Rüth, ARD Istanbul, zur Wahl-Niederlage der AKP
tagesthemen 22:45 Uhr, 23.06.2019

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Erdogan habe die gesamte Opposition verdächtigt, den Terror zu unterstützen. Er habe die letzte Wahl annullieren lassen und Imamoglu immer wieder als Lügner bezeichnet. Dabei sei Imamoglu eher ein konservativer Vertreter der Mitte-Links-Partei CHP. "Einer, der während des Fastenmonats Ramadan auch fastet, einer, der Koransuren lesen kann", so Mayer-Rüth. Und deshalb habe der ein oder andere konservative Wähler Erdogan die Polarisierung wohl nicht geglaubt.

Nach der Wahl würden sich nun die Hinweise darauf verdichten, dass Anhänger des konservativen Lagers eine neue Partei gründen wollten. Das beschreibe einen ernsthaften Riss in Erdogans Machtbollwerk.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 23. Juni 2019 um 22:45 Uhr.

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