Philippe Barbarin | Bildquelle: AP

Nach Freispruch des Kardinals Papst akzeptiert Rücktritt von Barbarin

Stand: 06.03.2020 13:53 Uhr

Vor einem Jahr noch lehnte er ab - nun hat der Papst den Rücktritt von Kardinal Barbarin angenommen. Barbarin war vorgeworfen worden, Missbrauchsvorwürfe gegen einen Priester vertuscht zu haben. Im Januar wurde er freigesprochen.

Papst Franziskus hat den Rücktritt des höchsten katholischen Würdenträgers Frankreichs, Kardinal Philippe Barbarin, angenommen. Der Papst habe das Rücktrittsgesuch des Lyoner Erzbischofs akzeptiert, teilten die Erzdiözese Lyon und der Vatikan mit.

Erst Ende Januar hatte das Berufungsgericht von Lyon Barbarin von dem Vorwurf freigesprochen, jahrelang den sexuellen Missbrauch von Jungen durch einen Priester seiner Diözese gedeckt zu haben. In erster Instanz war der Kardinal im März 2019 noch zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Nach dem Schuldspruch hatte der Papst damals ein erstes Rücktrittsgesuch Barbarins unter Verweis auf das laufende Berufungsverfahren abgelehnt.

Urteil im Fall Preynat erwartet

Nachdem Barbarin nun im Januar in zweiter Instanz freigesprochen wurde, sah er nach eigener Aussage dennoch für sich keine Perspektive mehr an der Spitze des Erzbistums. In einer Videobotschaft erklärte der 69-Jährige, die letzten vier Jahre seien sehr schmerzhaft gewesen und es sei gut, eine neue Seite aufzuschlagen.

Barbarin und anderen Geistlichen war vorgeworfen worden, Missbrauchsvorwürfe gegen den ehemaligen Priester Bernard Preynat nicht weiter verfolgt zu haben. Dieser soll in den 1980er-Jahren Dutzende Kinder sexuell belästigt haben. Während eines aufsehenerregenden Verfahrens im Januar gestand Preynat zahlreiche Übergriffe. Im März will ein Gericht sein Urteil in diesem Fall verkünden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. März 2020 um 14:00 Uhr.

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