Fernando de la Rua (Archivbild vom 18.12.2000) | Bildquelle: picture-alliance / dpa

Argentinien Ex-Präsident de la Rúa gestorben

Stand: 09.07.2019 15:13 Uhr

Er flüchtete im Jahr 2001 per Helikopter - Tage später erklärte Argentinien seine Zahlungsunfähigkeit. Als Präsident des Landes erlebte Fernando de la Rúa stürmische Zeiten. Jetzt ist er gestorben.

Der frühere argentinische Präsident Fernando de la Rúa ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Die argentinische Regierung bestätigte den Tod. Die staatliche Nachrichtenagentur Telam berichtete, der Politiker sei an Herz- und anderen Problemen gestorben.

Präsident Mauricio Macri äußerte bei Twitter sein Beileid: "Seine demokratische Amtsführung hat die Anerkennung aller Argentinier verdient. Lasst uns seiner Familie in diesem Moment beistehen."

Spektakuläre Flucht wegen Krise

De la Rúa führte das südamerikanische Land von Dezember 1999 bis zum Dezember 2001, als er vorzeitig zurücktrat. In seine Amtszeit fiel eine schwere Wirtschaftskrise. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte Argentinien zwar hohe Milliardenkredite zugesagt, forderte im Gegenzug aber einen harten Sparkurs.

Die Regierung fror im November 2001 die Bankkonten von Millionen Bürgern ein, als der IWF eine Kredittranche verweigerte, weil die zugesagten Sparziele nicht erreicht worden waren. Die Bevölkerung ging daraufhin auf die Straße und blockierte Bankfilialen, es kam zu Plünderungen.

In Buenos Aires gab es Tote und Verletzte, als die Polizei gegen Demonstranten vorging. Als die Situation völlig außer Kontrolle geriet, flüchtete de la Rúa am 20. Dezember 2001 per Hubschrauber aus dem Präsidentenpalast Casa Rosada in Buenos Aires, nachdem er seinen Rücktritt eingereicht hatte.

Argentiniens Ex-Präsident De la Rúa gestorben
Ivo Marusczyk, ARD Buenos Aires
09.07.2019 17:49 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. Juli 2019 um 19:00 Uhr.

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