US-Vizejustizminister Rod Rosenstein | Bildquelle: REUTERS

Trump-Treffen am Donnerstag Rosenstein entgeht Entlassung - vorerst

Stand: 24.09.2018 21:13 Uhr

Stundenlang sah es so aus, als müsste US-Vizeminister Rosenstein seinen Posten räumen. Dann wurde die Entscheidung überraschend vertagt: Am Donnerstag hat ihn Präsident Trump ins Weiße Haus bestellt.

Wird Rod Rosenstein gefeuert oder geht er von selbst? Zeitweilig sah es in Washington so aus, als müsse der US-Vize-Justizminister mit sofortiger Wirkung seinen Posten räumen. Doch nun soll eine Entscheidung über Rosensteins politisches Schicksal erst am Donnerstag fallen, wenn US-Präsident Donald Trump aus New York nach Washington zurückkehre, hieß es aus dem Weißen Haus.

Gespräch mit Trumps Stabschef

Rod Rosenstein beim Verlassen des Weißen Hauses | Bildquelle: SHAWN THEW/EPA-EFE/REX/Shutterst
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Rod Rosenstein beriet am Vormittag im Weißen Hauses mit Stabschef John Kelly.

Am Vormittag war Rosenstein zu einem Gespräch mit Trumps Stabschef John Kelly im Weißen Haus erschienen und hatte damit Spekulationen über seine unmittelbar bevorstehende Ablösung befeuert. Der auch für die Oberaufsicht über die Russland-Ermittlungen zuständige Rosenstein bereite sich darauf vor, seinen Posten zu verlieren, berichteten die "New York Times" und die "Washington Post". Unklar war zu diesem Zeitpunkt aber, ob Trump seinen Vize-Justizminister entlassen wolle oder ob dieser möglicherweise selbst seinen Rücktritt einreichen werde. 

Auf Rosensteins Initiative hin sei es bereits zu einem "umfassenden Gespräch" zwischen dem Vize-Justizminister und Trump gekommen, erklärte Präsidentensprecherin Sarah Sanders. Ein persönliches Treffen könne jedoch erst am Donnerstag erfolgen.

Bericht über angebliche Lauschangriff-Idee gegen Trump

Die Entlassungsgerüchte kamen auf, nachdem es vor drei Tagen Meldungen über eine angebliche interne Revolte gegen US-Präsident Trump gegeben hatte. Rosenstein soll nach einem Bericht der "New York Times" vorgeschlagen haben, Trump heimlich abzuhören, um das Chaos im Weißen Haus zu offenbaren und eine vorzeitige Absetzung des Präsidenten in Gang zu setzen. Rosenstein dementierte dies und bezeichnete den Zeitungsartikel als "unzutreffend und falsch".

Der stellvertretende Justizminister steht seit längerem im Visier der US-Regierung. Er leitet die Russland-Ermittlungen des FBI, die US-Präsident Trump schwer zusetzen. US-Justizminister Jeff Sessions hatte die Aufsicht über die Ermittlungen aus Befangenheit seinem Stellvertreter übertragen.

Mit Informationen von Claudia Sarre, ARD-Studio Washington

Spekulationen über Rücktritt: Rosenstein trifft Trump am Donnerstag
Claudia Sarre, ARD Washington
24.09.2018 20:00 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 24. September 2018 um 23:00 Uhr in den Nachrichten. Am 25. September 2018 berichtete Inforadio um 13:32 Uhr.

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