Blumen am Denkmal für Sinti und Roma in Berlin | Bildquelle: dpa

70 Jahre nach Kriegsende Tschechische Roma sollen entschädigt werden

Stand: 05.08.2016 15:00 Uhr

Die letzten tschechischen Überlebenden des Holocausts an den Roma sollen von Deutschland entschädigt werden. Darauf habe man sich mit dem Finanzministerium in Berlin geeinigt, bestätigte das Außenministerium in Prag.

Mehr als 70 Jahre ist der Zweite Weltkrieg her - und jetzt die Einigung: Die letzten tschechischen Überlebenden des Holocaust an den Roma sollen von der Bundesrepublik eine Entschädigung erhalten.

Man habe sich in Verhandlungen mit dem Finanzministerium in Berlin auf einen Betrag von 2500 Euro geeinigt, bestätigte das tschechische Außenministerium nach monatelangen Verhandlungen. Die Einmalzahlung könne noch rund zehn bis 15 Überlebenden zugutekommen, hieß es.

Ein "lächerlicher Betrag"

"Im Hinblick auf ihr Alter haben wir einem Betrag zugestimmt, der eigentlich lächerlich ist", sagte Cenek Ruzicka vom Ausschuss für Holocaust-Entschädigung für die tschechischen Roma (VPORH) der Agentur CTK. Die Auszahlung müsse zudem erst noch beantragt werden.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Mehrzahl der tschechischen Roma in Arbeitslager sowie nationalsozialistische Konzentrationslager verschleppt. Nur knapp 600 der etwa 6000 Angehörigen der Minderheit überlebten den Porajmos, den Völkermord an den europäischen Roma.

Entschädigung für letzte überlebende tschechische Roma
Peter Lange, ARD-Studio Prag
05.08.2016 14:16 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 05. August 2016 um 15:23 Uhr.

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