Daniel Prude | Bildquelle: AP

Nach Tod von Daniel Prude Polizeiführung von Rochester tritt zurück

Stand: 09.09.2020 05:34 Uhr

Der Tod des Schwarzen Prude infolge eines brutalen Polizeieinsatzes in Rochester hatte Empörung und Proteste ausgelöst. Nun hat die Polizeiführung der US-Stadt Konsequenzen gezogen und ist zurückgetreten.

Inmitten anhaltender Proteste wegen ihres Umgangs mit dem Erstickungstod des Schwarzen Daniel Prude ist die Führung der Polizei in Rochester im US-Staat New York zurückgetreten. Wie die Bürgermeisterin bestätigte, gaben Polizeichef La'Ron Singletary und sein Stellvertreter Joseph Morabito ihren Rückzug bekannt. Abtreten wird zudem ein Polizeikommandant. Zwei weitere Einsatzleiter geben ihre Positionen auf.

Ende März hatten Beamte dem 41 Jahre alten Prude bei einem Einsatz eine sogenannte Spuckschutzhaube übergestülpt und dessen Kopf zu Boden gedrückt. Dabei erlitt er offenbar einen Atemstillstand. Eine Woche später starb er, nach dem Abschalten lebenserhaltender Maßnahmen. Erst vergangene Woche war der Fall in der Öffentlichkeit bekannt geworden.

Videomaterial aus Bodycams

Prudes Familie hatte nach monatelanger Recherche kürzlich Videomaterial aus Bodycams und Aufzeichnungen veröffentlicht. Seitdem kam es zu Protesten gegen Polizeigewalt. Prude war im März aus Chicago gekommen und hatte in Rochester seine Familie besucht. Die Polizei kam, nachdem Joe Prude den Notruf gewählt und berichtet hatte, dass sein Bruder das Haus verlassen habe und unter psychischen Problemen leide.

Eine polizeiinterne Ermittlung hatte im April ergeben, die am Einsatz beteiligten Polizisten sich nichts hätten zuschulden kommen lassen und sich angemessen und gemäß ihren Schulungen verhalten hätten. Dennoch wurden sieben Beamte inzwischen vom Dienst suspendiert.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. September 2020 um 08:00 Uhr.

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