"Skybot F-850" auf einem Bild, das die russische Weltraumagentur Roskosmos zur Verfügung stellt. | Bildquelle: Space Center Yuzhny/TsENKI HANDO

"Skybot F-850" Russischer Roboter erreicht die ISS

Stand: 27.08.2019 12:05 Uhr

Eine russische Raumkapsel mit einem humanoiden Roboter an Bord hat die internationale Raumstation ISS erreicht. Mit dem "Fedor" genannten "Skybot F850" sollen dort Tests durchgeführt werden.

Mit "Skybot F-850" hat erstmals ein von Russland entsandter humanoider Roboter die Internationale Raumstation (ISS) erreicht.

Das Andocken sei am frühen Morgen erfolgt, teilte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos mit. Die Kapsel mit dem Roboter an Bord war bereits am Donnerstag ins All geschickt worden, aber zunächst am Andocken gescheitert.

Über einen Twitteraccount im Namen von "Skybot F-850" verbreitete Roskosmos die Nachricht: "Entschuldigen Sie die Verspätung. Bin im Verkehr steckengeblieben. Bereit zum Weiterarbeiten".

Steuerung per 3D-Brille

Der "Fedor" (Abkürzung für Final Experimental Demonstration Object Research, gesprochen: Fedor) genannte Roboter ist 1,80 Meter groß und 160 Kilogramm schwer. Dabei handelt es sich nicht um eine künstliche Intelligenz oder ein autonomes System: Nach Angaben von Roskosmos kann er von einem Menschen mittels einer 3D-Brille und entsprechender Ausrüstung so gesteuert werden, dass er dessen Bewegungsabläufe nachahmt. Auf einem von Roskosmos publizierten Video ist etwa zu sehen, wie er eine Wasserflasche aufschraubt.

An Bord der ISS soll der russische Kosmonaut Alexander Skwortsow mit "Fedor" in den kommenden zwei Wochen eine Reihe von Tests durchführen. Dabei soll die Steuerung seiner Bewegungen in der Schwerelosigkeit des Alls erprobt werden. Später könnte der Roboter Außeneinsätze absolvieren, die für Menschen riskant sind, oder auf der Erde in unwegsames oder verseuchtes Gelände geschickt werden.

"Skybot F-850" in der Raumkapsel, die am 22. August zur Internationalen Weltraumstation entsandt wurde, auf einem Foto von Roskosmos. | Bildquelle: ROSCOSMOS HANDOUT/EPA-EFE/REX
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"Skybot F-850" in der Raumkapsel, die am 22. August zur Internationalen Weltraumstation entsandt wurde, auf einem Foto von Roskosmos.

Von "Robonaut 2" zu "Fedor"

"Fedor" ist nicht der erste Roboter im All. Die US-Weltraumbehörde Nasa hatte bereits 2011 einen Humanoiden in den Weltraum geschickt. Nach technischen Problemen kehrte "Robonaut 2" aber 2018 zur Erde zurück.

Mit "Kirobo" gibt es seit 2013 auch einen japanischer Roboter auf der ISS. Er kann Gespräche führen - allerdings nur auf Japanisch.

Derzeit sind auf der Internationalen Raumstation drei US-Amerikaner, zwei Russen und ein Italiener stationiert.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. August 2019 um 07:00 Uhr.

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