Eingestürzter Supermarkt in Riga | Bildquelle: dpa

Prozess in Riga Dacheinsturz - Ingenieur muss in Haft

Stand: 18.02.2020 14:43 Uhr

Beim Einsturz eines Supermarktdachs in Lettland starben im Jahr 2013 mehr als 50 Menschen. Nun endete der Prozess mit einer Haftstrafe und zahlreichen Freisprüchen. Die Angehörigen der Opfer zeigten sich entsetzt.

Zwei Jahre lang wurde ermittelt, fast vier Jahre lang dauerte der Prozess um den Einsturz eines Supermarktdaches in Riga: Jetzt wurde ein Bauingenieur wegen fahrlässiger Tötung und Verstößen gegen die Bauvorschriften zu sechs Jahren Haft verurteilt.

Gegen den Mann wurde außerdem ein fünfjähriges Berufsverbot verhängt. Acht weitere Angeklagte wurden dagegen freigesprochen. Die Angehörigen der Opfer zeigten sich entsetzt über das Urteil. "Das ist eine Farce", sagte die Vorsitzende des Hinterbliebenenverbands, Regina Locmele-Lunova, der lettischen Agentur Leta. "Wir haben alles erwartet, aber nicht, dass nur eine Person verurteilt wird und alle anderen freigesprochen werden."

Einige Hinterbliebene verließen noch während der Verlesung des rund 850 Seiten umfassenden Urteils, gegen das Berufung eingelegt werden kann, demonstrativ den Gerichtssaal.

"Das ist eine Farce"

Der Dacheinsturz am 21. November 2013 war das schwerste Unglück in Lettland seit der 1991 wiedererlangten Unabhängigkeit. Auch drei Feuerwehrleute waren unter den Toten.

Baufachleute kamen zu dem Schluss, dass das Unglück auf eine falsche Berechnung der Dachlast zurückzuführen war.

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