Die spanische Seenotrettung hat Hunderte Flüchtlinge auf dem Mittelmeer gerettet. | Bildquelle: A. CARRASCO RAGEL/EPA-EFE/REX/Sh

Mittelmeerroute Spanien rettet mehr als 900 Flüchtlinge

Stand: 16.06.2018 16:17 Uhr

Während das Rettungsschiff "Aquarius" in Valencia erwartet wird, hat der spanische Seenotrettungsdienst 933 Flüchtlinge auf dem Mittelmeer gerettet. Italien hingegen will weitere Rettungsschiffe abweisen.

Innerhalb der vergangenen beiden Tage hat der spanische Seenotrettungsdienst 933 Flüchtlinge und Migranten bei ihrer Überfahrt über das Mittelmeer gerettet. Auch vier Leichen seien geborgen worden, teilten die Seenotretter mit. Insgesamt 68 Flüchtlingsboote seien entdeckt worden, nachdem sie an der nordafrikanischen Küste in See gestochen seien.

Spanien bereitet sich darauf vor, das von Italien und Malta abgewiesene Rettungsschiff "Aquarius" mit knapp 630 Zuwanderern an Bord am Sonntag in seinem Hafen in Valencia einlaufen zu lassen. Nachdem er dem Rettungsschiff die Einfahrt in den Hafen verwehrt hat, will Italiens Innenminister Matteo Salvini seinen strikten Kurs noch verschärfen: Flüchtlingsretter seien in seinem Land nicht mehr willkommen, twitterte der Chef der fremdenfeindlichen Regierungspartei Lega. "Wir sind die Herren in unserem eigenen Haus", schrieb Salvini. Die guten Zeiten für die Flüchtlingsorganisationen seien nun wirklich vorbei.

Streit mit Rettern

Die deutsche Nichtregierungsorganisation Sea-Eye warnte, dass Retter und Migranten in große Gefahr geraten könnten, sollte Salvini bei seiner Linie bleiben. Kein europäischer Innenminister stehe über dem Gesetz, hieß es in einer per E-Mail verbreiteten Mitteilung der Organisation. Sea-Eye gehe davon aus, dass Italien weiterhin seinen humanitären und internationalen Verpflichtungen nachkommen werde.

Nach Angaben der Vereinten Nationen sind in diesem Jahr bislang mindestens 792 Flüchtlinge und Migranten bei dem Versuch gestorben, das Mittelmeer in Richtung Europa zu überqueren.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 16. Juni 2018 um 19:00 Uhr.

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