Protest in der Slowkei nach dem Mord an Kuciak | Bildquelle: AP

Reporter ohne Grenzen 80 Journalisten weltweit getötet

Stand: 18.12.2018 06:00 Uhr

Journalisten arbeiten in vielen Ländern mit hohem Risiko. Reporter ohne Grenzen zählte in diesem Jahr 80 Medienschaffende, die getötet wurden. Auch hierzulande ist das Klima medienfeindlicher.

Von Christina Nagel, ARD-Hauptstadtstudio Berlin

Die Zahlen sind und bleiben besorgniserregend. Mindestens 80 Journalisten und Mitarbeiter von Medien wurden in diesem Jahr getötet - nicht nur bei ihrer Arbeit zum Beispiel in Kriegsgebieten, sondern zunehmend auch wegen ihrer Arbeit: Weil sie über Korruption berichteten, Vetternwirtschaft auf höchster Ebene anprangerten oder in Sachen organisierter Kriminalität recherchierten.

Zahl der getöteten Journalisten 2018 weltweit gestiegen
tagesschau 12:00 Uhr, Griet von Petersdorff, RBB

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Alarmierend sei aber auch, dass immer mehr Medienschaffende weggesperrt würden, sagt der Geschäftsführer von Reporter ohne Grenzen, Christian Mihr. Knapp 350 Inhaftierungen zählte die Organisation in diesem Jahr. Es traf vor allem Berichterstatter in China, Ägypten, der Türkei, im Iran und in Saudi Arabien. Unter den Betroffenen sind immer mehr sogenannte Bürgerjournalisten, wie Mihr erklärt:

"Bürgerjournalisten sind Journalisten, die einer journalistischen Tätigkeit nachgehen, aber das vielleicht nicht immer hauptberuflich machen, aber gerade in repressiven Ländern wie China und Vietnam eine ganz wichtige Informationslücke füllen, weil es professioneller Journalismus dort ganz, ganz schwer hat. Das sind Menschen, die über Youtube, Facebook und Twitter, Blogs wichtige Information in die Öffentlichkeit bringen und wir sie deshalb auch zählen."

Keine Verbesserung der Lage in der Türkei

Die meisten professionellen Journalisten sitzen nach Angaben von Reporter ohne Grenzen nach wie vor in der Türkei in Haft. Es seien zwar weniger als 2017, von Entwarnung könne aber kaum die Rede sein. Viele der Entlassenen seien nur unter Auflagen freigekommen und warteten noch auf ihr Urteil.

Mesale Tolu nach ihrer Rückkehr aus der Türkei. | Bildquelle: dpa
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Die Freilassung von Mesale Tolu und anderer Journalisten sei nur eine diplomatische Geste gewesen.

Für Mihr bleibt die Lage in der Türkei dramatisch. Daran habe auch die Freilassung einiger deutscher Journalisten in diesem Jahr nichts geändert: "Die Freilassung von Deniz Yücel und Mesale Tolu waren ausschließlich diplomatische Gesten an Deutschland, weil man Interesse an einer Verbesserung der deutsch-türkischen Beziehungen hatte. Das hat aber zu keiner Verbesserung der Lage in der Türkei geführt."

Gezielte Morde in Europa ohne Konsequenzen

In Europa verschlechterte hat sich Lage für Journalisten aus Sicht der Organisation. Dass auch in EU-Ländern gezielte Morde an Journalisten ohne Konsequenzen blieben, dass Verantwortliche ungestraft davon kämen, sei eine neue, besorgniserregende Entwicklung, so Mihr:

"Denn auch der Mord an Jan Kuciak genau wie der Mord an Daphne Caruana Galizia ist ja bis heute nicht aufgeklärt, bzw. es sind vor allem die Hintermänner bislang nicht bestraft oder aufgefunden worden. Wir haben auch den ganz starken Verdacht, dass es kein Interesse gibt, diese Hintermänner aufzuspüren, weil diese beiden Journalisten Korruption bis in höchste Regierungskreise in beiden Ländern recherchiert haben."

Die maltesische Journalistin Daphne Caruana Galizia | Bildquelle: REUTERS
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Die Hintergründe des Mordes an Daphne Caruana Galizia sind weiter ungeklärt.

Das Klima sei insgesamt medienfeindlicher geworden. Das gelte auch für Deutschland. Es werde vor allem in den sozialen Medien immer lauter gegen Journalisten gehetzt. Es habe eben auch hier mehr Gewalt gegen Reporter gegeben.

Reporter ohne Grenzen: weltweit 80 Medienschaffende getötet
C. Nagel, ARD Berlin
18.12.2018 12:39 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. Dezember 2018 um 06:00 Uhr.

Korrespondentin

Christina Nagel, WDR Logo WDR

Christina Nagel, WDR

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