Duchsuchungen bei Renault | Bildquelle: dpa

Fall Carlos Ghosn Ermittler durchsuchen Renault-Zentrale

Stand: 03.07.2019 13:32 Uhr

Ermittler haben den Hauptsitz des französischen Autobauers Renault bei Paris durchsucht. Medienberichten zufolge hängen die Ermittlungen mit dem Ex-Renaultchef Carlos Ghosn zusammen.

Die Polizei hat die Zentrale des französischen Autokonzerns Renault in Boulogne-Billancourt bei Paris durchsucht. Das teilte das Unternehmen mit. Man arbeite uneingeschränkt mit den Behörden zusammen. Weitere Details und Hintergründe wurden nicht genannt. Mehrere Medien berichteten, dass die Durchsuchung mit dem Ex-Renaultchef Carlos Ghosn zusammenhänge.

Laut des Magazins "L'Express" sei der Grund für die Ermittlungen die Finanzierung der Hochzeit des ehemaligen Managers im Schloss Versailles. Die Party fand im Oktober 2016 statt. Renault hatte Anfang des Jahres angekündigt, die Justiz wegen mutmaßlicher persönlicher Vorteilsnahme Ghosns einzuschalten.

Carlos Ghosn, ehemaliger Nissan-Chef in Tokio | Bildquelle: dpa
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Grund für die Ermittlungen bei Renault soll die Hochzeit des ehemaligen Renault-Chefs Ghosn im Schloss Versailles sein. In Japan ist der Ex-Nissan-Chef in mehreren Fällen angeklagt - unter anderem wegen Veruntreuung von Firmengeldern.

Summe von etwa 50.000 Euro

Ghosn wird vorgeworfen, persönlich von einem Sponsoring-Vertrag zwischen Renault und dem Schloss profitiert zu haben. Dabei ging es nach Angaben des Konzerns um eine Summe von rund 50.000 Euro. Ghosns Anwalt sprach damals von einem "Missverständnis" und erklärte, dass der Manager bereit sei, das Geld zurückzuzahlen. In diesem Zusammenhang war vor einigen Wochen bereits das Haus des Ex-Renaultchefs in der Nähe von Paris durchsucht worden.

Anklage in mehreren Fällen

Der frühere Chef von Renault und auch Nissan war im April in Japan festgenommen worden. Später wurde er gegen Kaution aus der Haft entlassen, darf aber seinen Aufenthaltsort nicht verlassen. Ghosn wird ein Verstoß gegen Börsenauflagen in Japan vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft in Tokio erhob mehrere Anklagen wegen Veruntreuung von Firmengeldern und Verstoßes gegen Veröffentlichungspflichten. Ghosn bestreitet alle Vorwürfe und spricht von einer Intrige früherer Vorstandskollegen bei Nissan.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. Juli 2019 um 14:00 Uhr in den Nachrichten.

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