Pferde am Michaelerplatz in Wien (Archiv) | Bildquelle: picture alliance / HERBERT NEUBA

Corona-Pandemie Bundesregierung warnt vor Reisen nach Wien und Budapest

Stand: 16.09.2020 21:00 Uhr

In vielen europäischen Ländern steigt die Zahl der neuen Corona-Fälle kritisch. Das Auswärtige Amt hat deshalb weitere Reisewarnungen veröffentlicht. Betroffen sind neben zwei Hauptstädten unter anderem Nordfrankreich und die Niederlande.

Wegen hoher Infektionszahlen warnt die Bundesregierung nun auch vor "nicht notwendigen, touristischen" Reisen in die österreichische Hauptstadt Wien und die ungarische Hauptstadt Budapest. Außerdem wurden neue Reisewarnungen für mehrere Regionen in Frankreich, Kroatien, Tschechien, Rumänien, den Niederlanden und der Schweiz erlassen, wie das Auswärtige Amt auf seiner Internetseite mitteilte. Zuvor waren die betroffenen Regionen offiziell zu Corona-Risikogebieten erklärt worden.

Auch Nordfrankreich und Holland auf der Liste

Zentrales Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet ist, in welchen Staaten oder Bezirken es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat. In Frankreich gehören dazu nun auch die nördliche Region Hauts-de-France und das Überseegebiet La Réunion. Vor Reisen in diese Gebiete wird ebenso gewarnt wie vor touristischen Trips in die niederländischen Provinzen Nord- und Südholland.

Für die Schweiz ist die bestehende Reisewarnung für die Kantone Genf und Waadt um den Kanton Freiburg ergänzt worden. In Tschechien ist zusätzlich zur Hauptstadt Prag die Mittelböhmische Region hinzugekommen. Außerdem gelten neue Reisewarnungen für die kroatischen Gespanschaften Brod-Posavina und Virovitica-Podravina sowie für die rumänischen Kreise Caraș-Severin und Neamț. Vor Reisen in die rumänischen Regionen Argeș und Dâmbovița wird hingegen nicht mehr gewarnt. Sämtliche Reisehinweise sind der Internetseite des Auswärtigen Amtes zu entnehmen.

Buchungen bei Reisewarnung kostenlos stornierbar

Eine Reisewarnung ist zwar kein Reiseverbot, soll aber eine abschreckende Wirkung haben. Für deutsche Urlauber bedeutet die Rückkehr aus einem Gebiet mit Reisewarnung einen Corona-Pflichttest und eine Pflicht-Quarantäne, bis ein negatives Testergebnis vorliegt. Für Verbraucher haben Reisewarnungen aber auch eine positive Seite: Sie ermöglichen es Reisenden, Buchungen kostenlos zu stornieren.

Vor diesem Hintergrund ist die neue Einschätzung aus Berlin ein heftiger Schlag für den Tourismus in vielen der aufgeführten Regionen. In Österreich sind Hotels und Gastronomiebetriebe ohnehin angeschlagen. So hatte beispielsweise das Traditionshotel Sacher am Dienstag an seinen Standorten in Wien und Salzburg 140 Mitarbeitern gekündigt. "Dramatischer kann eine Situation nicht sein", sagte Sacher-Chef Matthias Winkler. Der Umsatz bei Sacher werde 2020 bei nur 25 Prozent des Vorjahres liegen.

Österreich dreimal stärker betroffen als Deutschland

Vor allem Feiern im Familien- oder Freundeskreis sind nach Ansicht von Österreichs Gesundheitsminister Rudolf Anschober für die anhaltend hohe Zahl der Corona-Neuinfektionen in der gesamten Alpenrepublik verantwortlich. Zuletzt wurden 768 neue Fälle an einem Tag verzeichnet. Auch die Zahl der belegten Krankenhausbetten beginne spürbar zu steigen, sagte Anschober.

Mit dieser Entwicklung liegt Österreich deutlich über dem Trend in Deutschland. Unter Berücksichtigung der Zahl der Einwohner sind die Infektionszahlen in Österreich gut dreimal höher. 3600 der derzeit rund 6600 aktiven Fälle in Österreich werden aus Wien gemeldet. Die Schweiz hatte die österreichische Hauptstadt daher bereits auf die Liste der Risikogebiete gesetzt.

Bundesregierung erklärt Wien zum Corona-Risikogebiet
Franka Welz, ARD Berlin
16.09.2020 21:36 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. September 2020 um 20:00 Uhr.

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