Bundesaußenminister Heiko Maas (l, SPD), und Mevlüt Cavusoglu, Außenminister der Türkei, unterhalten sich am Rande des G20-Außenministertreffens in Japan. | Bildquelle: dpa

Corona-Krise in der Türkei Cavusoglu wirbt um deutsche Urlauber

Stand: 17.06.2020 16:03 Uhr

Die Türkei will nicht hinnehmen, dass Berlin die Reisewarnung aufrecht erhält und das Land als Risikogebiet einstuft. Außenminister Cavusoglu wirbt um Urlauber mit der Zusage, die Behandlungskosten bei Erkrankungen zu übernehmen.

Von Oliver Mayer-Rüth, ARD-Studio Istanbul

Der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu hat sich in einem Exklusivinterview mit den tagesthemen enttäuscht darüber gezeigt, dass die Bundesregierung die Reisewarnung aufrecht erhält und das Land als Risikogebiet einstuft. Das habe er auch in einem Telefongespräch am Montag seinem deutschen Amtskollegen Heiko Maas deutlich gemacht. Die Aufrechterhaltung der Reisewarnung sei eine "politische Entscheidung".

Türkei als Corona-Risikogebiet eingestuft
tagesthemen 22:15 Uhr, 17.06.2020, Oliver Mayer-Rüth, ARD Istanbul

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"Das ist ungerecht", sagte Cavusoglu, denn die Türkei habe die Pandemie genauso erfolgreich bekämpft wie Deutschland. Gestern lag die Gesamtzahl der mit Covid-19 Infizierten in der Türkei nach staatlichen Angaben bei 181.298. Die Zahl der an Covid-19 Verstorbenen lag bei 4842. Allerdings hat sich die Zahl der Neuinfektionen in den letzten zwei Wochen, nachdem Pandemieeinschränkungen landesweit gelockert wurden, nahezu verdoppelt. Die Neuinfektionen pro Tag lagen am 2. Juni bei 786 und gestern bei 1467.

Dennoch erklärt Cavusoglu, das türkische und das deutsche Gesundheitssystem seien "die Besten der Welt". Man habe für den Tourismus Vorkehrungen getroffen, damit Hygienestandards auf höchstem Niveau gewährleistet sind. Dabei arbeite man mit dem TÜV zusammen.

Deutsche Experten sollen Lage überprüfen

Die Türkei ist nach Italien und Spanien das drittbeliebteste Urlaubsland der Deutschen. Das Land wirbt vor allem deshalb für eine Aufhebung der Reisewarnung, um seinen Tourismussektor anzukurbeln. Cavusoglu versicherte, er habe Maas bei dem Telefonat aufgefordert, deutsche Experten in die Türkei zu schicken, um die Lage vor Ort zu überprüfen. Nun erwarte die Türkei eine Delegation aus Deutschland.

Eine Konsequenz der Reisewarnung ist, dass Krankenversicherungen unter Umständen Kosten für die medizinische Versorgung nicht übernehmen. Sollte ein Urlauber ernsthaft krank werden und die deutsche Krankenversicherung für die Kosten nicht aufkommen, übernehme die Türkei alle Kosten für die Behandlung, sagte Cavusoglu.

Deutsche in türkischer Haft

Inwieweit aber die Hoffnungen des türkischen Außenministers aufgehen, dass deutsche Touristen auch dann wieder in großer Zahl kommen, wenn die Bundesregierung die Reisewarnung aufhebt, ist fraglich. So hat die deutsche Bundesregierung Anstoß an Ankaras Umgang mit Menschenrechten genommen. Wiederholt wurden deutsche Staatsbürgern aus politischen Gründen festgenommen. Viele Deutsche wollen deshalb in den letzten Jahren in der Türkei keinen Urlaub verbringen.

Angesprochen auf die in der Türkei inhaftierten deutschen Staatsbürger, entgegnet Cavusoglu, früher habe man von zehn Inhaftierten gesprochen, jetzt seien es nur noch drei. Die wegen Terrorvorwürfen in der Türkei inhaftierten Deutschen sind eines der größten bilateralen Problemthemen. Die Justiz bearbeite diese Fälle und spreche Urteile, sagte Cavusoglu.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 17. Juni 2020 um 22:15 Uhr.

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