Deutsche Regierungsmaschine mit Entwicklungshilfeminister Müller in Malawi (Foto: Martin Polansky)

Defekte Regierungsmaschine Minister Müller sitzt in Malawi fest

Stand: 07.01.2019 15:51 Uhr

Zum Auftakt seiner Afrika-Reise hat Entwicklungsminister Müller Transportprobleme: Die Weiterreise seiner Delegation von Malawi nach Sambia wird durch Probleme mit der Regierungsmaschine verzögert.

Als erster deutscher Bundesminister seit rund 18 Jahren hat Gerd Müller Malawi besucht. Die Weiterreise des Entwicklungsministers nach Sambia verzögert sich jedoch: Nach Informationen des ARD-Korrespondenten Martin Polansky, der die Delegation begleitet, kann die Regierungsmaschine nicht starten.

Hardwareproblem bei Druckluftventil

Müller war mit einer Stunde Verspätung am Flughafen Lilongwe eingetroffen. Das Gespräch mit dem Präsidenten von Malawi, Mutherika, hatte länger gedauert als geplant - es ging um die weitere Entwickungszusammenarbeit. In der Regierungsmaschine dann nach ein paar Minuten die überraschende Mitteilung: Es gebe Probleme mit einem Druckluftventil in der Kabine, dessen Funktionsfähigkeit für den Flug unerlässlich ist.

Martin Polansky
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ARD-Korrespondent Martin Polansky ist bei der Reise dabei.

Die Maschine wurde komplett runtergefahren - in der Hoffnung, dass sich dadurch das Problem erledigt. Nach mehr als einer Stunde Wartezeit und dem Neustart der Elektronik war aber klar: Das Ventil ist defekt. Der Pilot spricht von einem Hardwarefehler.

Die Maschine der Flugbereitschaft der Bundeswehr war vor sieben Jahren neu angeschafft worden. Die Flugzeuge vom Typ "Global 5000" gelten nach Angaben des Piloten als verlässlich. Ein Problem mit dem Ventil habe es bisher in dem Flieger nie gegeben.

Panne wirft Reiseplan um

Die Delegation prüfte in der Zwischenzeit möglich Ersatzverbindungen und fand eine Linienmaschine nach Lusaka in Sambia. Müller wollte planmäßig sowieso nach Sambia, allerdings erst in den Norden des Landes, um eine Kupfermine zu besichtigen und andere Termine zu absolvieren.

Erst am Dienstag sollte es dann nach Lusaka zum Gespräch mit dem sambischen Präsidenten Lungu geben, das wohl noch stattfinden kann. Allerdings muss Müller nun wohl den ganzen Rest der Reise mit Linienflügen absolvieren. Nach Sambia ist ein Besuch in Namibia geplant. Müller nimmt es mit Humor. "Wir hätten wohl einen Mechaniker mitnehmen sollen."

Mehrere Pannen mit der "Konrad Adenauer"

Zuletzt war es vermehrt zu Zwischenfällen mit der Regierungsmaschine "Konrad Adenauer" gekommen. Im November musste Bundeskanzlerin Angela Merkel wegen eines technischen Defekt ihren Flug zum G20-Gipfel in Buenos Aires unterbrechen.

Die Regierungsmaschine "Konrad Adenauer" steht wegen technischer Probleme auf dem Flughafen Nusa Dua in Indonesien | Bildquelle: dpa
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Von Nagern lahmgelegt: Die Regierungsmaschine "Konrad Adenauer" steht wegen technischer Probleme auf dem Flughafen Nusa Dua in Indonesien

Im Oktober strandete Finanzminister Olaf Scholz samt Delegation nach der Tagung des Internationalen Währungsfonds auf Bali, weil Nager Elektronikkabel des Regierungsfliegers angeknabbert hatten. Das Finanzministerium musste den Chef samt Sprecher, Staatssekretären und Leibwächtern auf einen Linienflug umbuchen - 20 Journalisten und weitere Delegationsmitglieder blieben in Indonesien zurück.

Auch auf einer Afrika-Reise von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte es unlängst Verzögerungen mit der "Konrad Adenauer" wegen eines technischen Defekts an einem Triebwerk gegeben.

Weitere Hilfen für Malawi

Beim Treffen mit der malawischen Regierung würdigte Müller Frieden und Stabilität in dem südostafrikanischen Land als Voraussetzungen für Entwicklung. Er sicherte acht Millionen Euro als weitere Unterstützung zu. Zusätzlich sind für das laufende Jahr knapp 250 Millionen Euro deutscher Hilfe geplant.

Müller fordert mehr Korruptionsbekämpfung

Zugleich forderte der Minister seinen Gastgeber auf, den Kampf gegen Korruption entschlossen weiterzuführen und am Weg der Rechtssicherheit festzuhalten. "Wir freuen uns, dass freie Wahlen bevorstehen, ohne Gewalt", sagte Müller.

Malawi ist eines der ärmsten Länder der Welt, drei Viertel der Menschen leben von weniger als einem US-Dollar pro Tag. Deutschland ist mit seiner Entwicklungszusammenarbeit in der Armutsbekämpfung engagiert. Schwerpunkte sind Bildung, Gesundheit und Entwicklung im ländlichen Raum. Die deutsche Hilfe für laufende Projekte liegt derzeit bei knapp 250 Millionen Euro.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 07. Januar 2019 um 12:21 Uhr.

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