Regierungsmaschine | Bildquelle: Janina Lückoff

Pannenflieger der Regierung Besser nicht mehr einsteigen

Stand: 11.01.2019 12:19 Uhr

Eigentlich sah alles nach einem guten Ende aus: Nach Tagen von Pleiten und Pannen des Regierungsfliegers sollte Minister Müller heute mit der Maschine aus Sambia zurückkehren. Doch es kam anders.

Von Martin Polansky, ARD-Hauptstadtstudio, zzt. Ndola/Sambia

Flughafen Ndola in Sambia gegen 10 Uhr Ortszeit. Die Pannen-Reise von Entwicklungshilfeminister Gerd Müller scheint nun ein Ende zu nehmen. Die Global 5000 ist gerade gelandet, nachdem sie vier Tage wegen eines Defektes in Lilongwe in Malawi gestanden hatte und dort von aus Deutschland eingeflogenen Mechanikern repariert wurde. Nun soll die Delegation des Ministers in die kleine Maschine der Flugbereitschaft einsteigen. Ein Gruppenfoto wird noch gemacht, die Stimmung ist gelöst, Müller dankt der Crew für ihre Bemühungen. Aber schon zu diesem Zeitpunkt sagt Müller: Bei der Flugbereitschaft muss sich etwas ändern.

Dann geht es ins Flugzeug auf die Sitzplätze. Die Triebwerke laufen. Aber es geht nicht los. Nach etwa zehn Minuten kommt die Flugbegleiterin in die Kabine - mit ernstem Gesicht. Es gebe wieder ein Problem, möglicherweise ein ernsthaftes. Das ursprünglich defekte und reparierte Ventil funktioniere zwar. Aber jetzt würde nach dem Start möglicherweise sehr heiße Luft in die Kabine strömen, was eine Notlandung erforderlich machen würde. Ungläubige Blicke, aber es ist klar, dass alle wieder raus müssen aus der Maschine. Das Problem solle nun geprüft werden, der Weiterflug sei aber vielleicht nicht möglich.

Und dann qualmt es

Zurück im kleinen Terminal heißt es, dass ein Triebwerk gequalmt habe, in die Maschine solle man besser nicht mehr einsteigen. Auch aus dem Cockpit gebe es entsprechende Meldungen. Entwicklungsminister Müller entscheidet nach kurzer Absprache, dass nun mit einer Linienmaschine zurückgeflogen werden soll: "Wir haben Glück gehabt, dass wir nicht eingestiegen sind. Sonst hätte es vielleicht einen Notfall in der Luft gegeben. Deshalb: Keep Smiling."

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen lässt ausrichten, dass sie die Unannehmlichkeiten sehr bedauere, sie habe sich in den letzten Tagen immer wieder mit der Angelegenheit befasst. Es sei gut, dass die Delegation nicht geflogen sei. Denn Sicherheit gehe vor.

Zurück per Linienflug

Müller ist inzwischen auf einem Linienflug nach Südafrika, mit Umstieg dort will er ebenfalls per Linie zurückfliegen nach Deutschland. Angepeilte Ankunft in München morgen in der Früh. Wenn diesmal alles planmäßig läuft.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 11. Januar 2019 um 11:15 Uhr.

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