Rauch steigt während eines Brandes im Amazonas-Gebiet in Novo Progresso auf.  | dpa

Abholzung am Amazonas Drei Fußballfelder weniger - pro Minute

Stand: 01.12.2020 19:46 Uhr

Der brasilianische Regenwald wird mit einer Geschwindigkeit zerstört wie seit zwölf Jahren nicht. Neueste Daten belegen zudem: Seit Bolsonaro Präsident ist, hat sich die Lage des Waldes enorm verschlechtert.

Von Anne Herrberg, ARD-Studio Mexiko-Stadt

Die Zerstörung des Regenwaldes im Amazonasgebiet schreitet immer schneller voran. Das bestätigen die neuesten Daten des brasilianischen Institutes für Weltraumforschung Inpe.

Anne Herrberg ARD-Studio Buenos Aires

Weitere 600 Millionen Bäume sind weg

Demnach wurden zwischen August 2019 und Juli 2020 fast zehn Prozent mehr Fläche gerodet als im Jahr davor. 11.000 Quadratkilometer Wald, mehr als 600 Millionen Bäume, drei Fußballfelder pro Minute. Damit wurde in dieser Periode so viel Wald gefällt wie seit zwölf Jahren nicht mehr.

Die Zahlen werden immer für das Intervall zwischen August und Juli eines Jahres gemessen, da der Zeitraum sowohl Regen- als auch Trockenzeit im Amazonasgebiet abdeckt. Auf diese Weise können auch eventuelle Veränderungen durch das Klima identifiziert werden. Dazu werden Satellitenbilder automatisch ausgewertet, das System erkennt Veränderungen in der Vegetation.

Zunehmend betreffe die Abholzung auch ausgewiesene Schutzgebiete, warnte die Umweltschutzorganisation Greenpeace.

Verschlimmerung seit Bolsonaro

Die neuen Zahlen des Weltrauminstituts bestätigen: Seit Amtsantritt der Regierung von Jair Bolsonaro hat die Abholzung deutlich zugenommen. Bolsonaro hat in seiner Amtszeit Umweltschutzauflagen geschwächt. Im neuen Haushaltsplan für 2021, der noch vom Kongress verabschiedet werden muss, sind erneut empfindliche Kürzungen für den Waldschutz vorgesehen. Brasiliens Regenwald ist der größte der Welt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 01. Dezember 2020 um 12:00 Uhr.