Nordkoreas Außenminister Ri Yong Ho | Bildquelle: AP

Nach Gipfel in Hanoi Nordkorea widerspricht Trump

Stand: 22.03.2019 12:28 Uhr

Nordkoreas Außenminister widerspricht US-Präsident Trump in seiner Darstellung, woran der Gipfel in Hanoi gescheitert sein soll. Es stimme nicht, dass Staatschef Kim gefordert habe, die Sanktionen komplett aufzuheben.

Nordkorea hat der Darstellung von US-Präsident Donald Trump widersprochen, der Gipfel in Hanoi sei an Staatschef Kim Jong Uns Forderung gescheitert, die Sanktionen gegen sein Land komplett aufzuheben. Er habe lediglich gebeten, die Strafmaßnahmen wegen des nordkoreanischen Atomprogramms teilweise zu lockern, sagte der nordkoreanische Außenminister Ri Yong Ho. Auf einer unvermittelt angesetzten Pressekonferenz in Hanoi sagte er, Washington habe damit eine Gelegenheit verstreichen lassen, "die vielleicht nicht wieder kommt".

Nordkoreas Außenminister Ri Yong Ho | Bildquelle: REUTERS
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Nordkoreas Außenminister Ri Yong Ho spricht von einer verpassten Gelegenheit.

Nordkorea bleibt hart

Stunden zuvor hatte Trump nach dem Abbruch des Gipfels in Vietnam erklärt, Nordkorea habe im Gegenzug für die Schließung der Atomforschungsanlage Yongbyon gefordert, alle Sanktionen aufzuheben. Das Land habe sich einer völligen nuklearen Abrüstung nicht verpflichten wollen.

Laut Ri war Nordkorea bereit, schriftlich den permanenten Stopp von Atom- und interkontinentalen Raketentests zuzusagen. Pjöngjang werde seine Haltung nicht ändern, auch wenn die USA eine weitere Runde des Dialogs anbieten sollten.

Trump sieht keinen dritten Gipfel

Trump hatte mit Blick auf einen etwaigen dritten Gipfel bereits angekündigt, dass es den vorerst nicht geben soll. Er könnte gar noch "lange Zeit" auf sich warten lassen. US-Außenminister Mike Pompeo versicherte indes, die Verhandlungen mit Nordkorea würden schnell fortgesetzt.

Auf dem Weg nach Manila in die Philippinen sagte er, sein Team werde schon "morgen" wieder an die Arbeit gehen - neue Treffen waren offiziell aber nicht geplant. Trump und Kim hätten bei ihren Gesprächen zwar Fortschritte gemacht. Die seien aber nicht ausreichend für die Unterzeichnung einer Erklärung gewesen, die zum Abschluss des Gipfels vorgesehen gewesen war. Trump hatte dazu unter anderem gesagt, manchmal müsse man einfach gehen. "Ich würde es lieber richtig machen, als es schnell zu machen."

Bei ihrem historischen ersten Gipfel im Juni in Singapur hatten sich Trump und Kim in einer vagen Erklärung auf eine atomare Abrüstung Nordkoreas geeinigt, doch blieben konkrete Schritte bisher aus. Ein Durchbruch in Vietnam hätte für Trump einen wichtigen außenpolitischen Erfolg bedeutet, den er mit Blick auf Probleme im eigenen Land durchaus hätte brauchen können.

Nordkoreanischer Außenminister widerspricht Donald Trump
Arthur Landwehr, SWR Washington zzt. Hanoi
28.02.2019 21:13 Uhr

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