Das Weiße Haus in Washington wird in der Dunkelheit angestrahlt. | Bildquelle: dpa

Reaktionen auf Bush-Tod "Freund der Deutschen"

Stand: 01.12.2018 12:20 Uhr

Bescheiden, freundlich, patriotisch - so würdigten Wegbegleiter wie Obama und Trump den verstorbenen George H.W. Bush. Die Bundesregierung bezeichnete ihn als "Freund der Deutschen". Bushs Kinder trauern um den "besten Vater".

Dutzende prominente Wegbegleiter haben den verstorbenen Ex-US-Präsidenten George H. W. Bush gewürdigt. Allen voran sein Sohn George W. Bush: Er sei der beste Vater gewesen, den man sich als Sohn oder Tochter habe wünschen können, hieß es in einer Erklärung. Die gesamte Familie sei zutiefst dankbar für dessen Leben.

Clinton und Obama würdigen Verdienste

Ex-US-Präsident Bill Clinton hob seine Freundschaft zu Bush hervor. Er sei für jede Minute dankbar, die er zusammen mit ihm habe verbringen können. Von dem Moment an, als er Bush als junger Gouverneur getroffen habe, sei er von der Freundlichkeit beeindruckt gewesen, sagte er. Der Demokrat Clinton hatte den Republikaner Bush 1993 als US-Präsident abgelöst. 

Barack Obama verleiht George H.W. Bush die Medal of Honour | Bildquelle: REUTERS
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Obama verlieh Bush die Medal of Freedom.

Die Freundschaft zeigt, dass Bush Senior über die Parteigrenzen hinaus beliebt war. Er verkörperte den klassischen Staatsmann - hart in der Debatte, aber auch fähig, dem politischen Gegner die Hand zu reichen. Barack Obama schrieb, Amerika habe einen Patrioten und bescheidenen Diener verloren.

Trump: Bush legte Grundlagen für Wohlstand

Der amtierende US-Präsident Donald Trump sagte am Rande des G20-Gipfels in Argentinien, Bush habe eine Generation von Amerikanern geprägt. Durch seine Authentizität, seinen Witz und sein unerschütterliches Bekenntnis an Glaube, Familie und das Land habe er Generationen von Amerikanern inspiriert, hieß es in einer Mitteilung des Weißen Hauses. Bush habe die Grundlagen für einen jahrzehntelangen Wohlstand geschaffen.

Ein enges Verhältnis hatten Bush und Trump nicht. Es heißt, Bush habe Trump - wie er ein Republikaner - bei der Präsidentschaftswahl 2016 nicht gewählt. Dem Sender CNN zufolge stimmte er bei der Präsidentenwahl für Trumps Gegnerin, die Demokratin Hillary Clinton.

"Ein Freund der Deutschen"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte Bush als einen "wahren Freund" Deutschlands. In einem Kondolenzschreiben an US-Präsident Donald Trump betonte Steinmeier, Bush habe einen der großen Umbrüche der Weltpolitik entscheidend geprägt. "Ohne das Vertrauen und die Freundschaft der Vereinigten Staaten und ihres Präsidenten wäre die deutsche Einheit nicht möglich gewesen." Deutschland werde Bush ein ehrendes Andenken bewahren.

Regierungssprecher Steffen Seibert twitterte in einer ersten Reaktion vom G20-Gipfel aus Buenos Aires, Bushs Beitrag zur Wiedervereinigung würden die Deutschen nie vergessen.

Bush sei ein "großer Anführer" gewesen, würdigte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron den Verstorbenen. Er habe die Allianz mit Europa immer unterstützt. "Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und den Menschen, die ihm nahe standen."

"Sein staatsmännisches Können, seine Weisheit und seine Freundschaft werden sehr vermisst werden", schrieb Großbritanniens Premierministerin Theresa May. Bush sei stets ein echter Freund Großbritanniens und das "zuverlässige Gegenüber" zweier Premierminister gewesen.

Bushs Wegbegleiter, der frühere sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow, bezeichnete ihn als "echten Partner", mit dem er in einer "dramatischen Zeit" zusammengearbeitet habe. "Das Ergebnis war die Beendigung des Kalten Krieges und des Rüstungswettlaufs", sagte Gorbatschow der Agentur Interfax.

Frau Barbara starb vor wenigen Monaten

Von 1989 bis 1993 war Bush der Präsident der Vereinigten Staaten. Er galt als erfolgreicher Außenpolitiker, dem ein enges Verhältnis zu Europa wichtig war. In Bushs Amtszeit fielen aber auch der Panamakrieg 1989 und der Golfkrieg zur Befreiung Kuwaits 1991. Sein Sohn, George W. Bush, folgte seinem Vater und wurde ebenfalls US-Präsident.

Vor etwa einem halben Jahr war Bushs Frau Barbara verstorben. Das Paar hinterlässt fünf Kinder und 17 Enkel. In den vergangenen Jahren war George Bush Senior immer wieder im Krankenhaus - zuletzt saß er im Rollstuhl.

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Er war der 41. US-Präsident: George Herbert Walker Bush erzielte besonders außenpolitisch Erfolge. Seine politische Laufbahn erstreckte sich über Jahrzehnte. | Bildquelle: dpa

Der Sarg mit dem 41. US-Präsident dürfte zunächst im Kapitol in Washington aufgebahrt werden. Die Modalitäten der Trauerfeierlichkeiten sollen nach Angaben eines Sprechers später bekanntgegeben werden.

Mit Informationen von Sebastian Schreiber, ARD-Studio Washington

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 01. Dezember 2018 um 11:03 Uhr.

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