Die Rakete Hyperbola-1 sei mit zwei Satelliten am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) vom Weltraumbahnhof Jiuquan in der Wüste Gobi gestartet, teilte der Hersteller iSpace, ein Start-up aus Peking, mit. Demnach erreichte die Rakete eine Höhe von 300 Kilometern.  | Bildquelle: REUTERS

Chinesische Raumfahrt Start-up schießt Rakete ins All

Stand: 25.07.2019 18:35 Uhr

Die Weltraumfracht ist nicht größer als ein Schuhkarton. Doch ihr erfolgreicher Transport löst in China große Begeisterung aus. Denn: Es war der erste erfolgreiche Raketenstart eines privaten chinesischen Unternehmens.

Die erste Trägerrakete eines nichtstaatlichen chinesischen Unternehmens erreichte eine Höhe von 300 Kilometern. Dort entließ sie zwei Mikrosatelliten in den Weltraum. Zweimal hatten das bereits andere chinesische Firmen versucht. Beide waren gescheitert.

All-Transporte als Geschäftsmodell

Chinesische Staatsmedien feiern nun den erfolgreichen Start des Pekinger Start-ups iSpace als Meilenstein für die private Raumfahrtindustrie. Es gibt zahlreiche Start-ups, die miteinander konkurrieren. Ihr Ziel ist es, mit kostengünstigen und zuverlässigen Raketen künftig Satelliten ins All zu bringen. So wollen sie auf dem weltweiten Markt der Raumfahrtindustrie Fuß fassen. Marktführer sind bisher die beiden US-Unternehmen SpaceX und Blue Origin.

China vs. Indien

Allerdings wollen Chinas Start-ups in erster Linie Mikrosatelliten transportieren, den Weltraumtourismus haben sie im Gegensatz zu den US-Firmen weniger im Blick.

Die kleinen Orbiter sind gewöhnlich nicht größer als ein Schuhkarton. Sie überwachen das Wetter oder auch Katastrophengebiete und werden auch zur Forschung eingesetzt. Sie sind billiger und einfacher zu produzieren als traditionelle Satelliten.

China will im All mitmischen - privat und staatlich

Derzeit beherrscht Indien den Markt mit Mikrosatelliten. Chinas Firmen haben Know-how aufzuholen, denn private Raumfahrtunternehmen gibt es dort erst seit dem Jahr 2014. Davor war ausschließlich das Militär im All aktiv.

Auch im internationalen Wettbewerb der staatlich gelenkten Raumfahrt hat die kommunistische Partei ehrgeizige Ziele. Um gegenüber den USA und Europa aufzuholen, steckt Peking Milliardensummen in das landeseigene Raumfahrtprogramm. Präsident Xi Jinping will China zu einer Supermacht im Weltall machen.

Der chinesische Rover "Jadehase 2" auf dem Mond | Bildquelle: CNSA/HANDOUT/EPA-EFE/REX
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Spuren in der Dunkelheit: Der chinesische Rover "Jadehase 2" auf der bislang noch unerforschten Rückseite des Mondes.

Anfang des Jahres war der erste große Schritt getan: Eine chinesische Sonde landete auf der erdabgewandten Seite des Mondes. Ein kompliziertes Projekt, das zuvor kein Staat angepackt hatte. Als nächstes soll in drei Jahren eine bemannte Raumstation die Erde umrunden - nach dem Vorbild der ISS. Dann, so will es Peking, soll der Mars erobert werden.

Chinesisches Startup schickt erstmals erfolgreich Rakete ins All
Benjamin Eyssel, ARD Peking
26.07.2019 08:44 Uhr

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Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 25. Juli 2019 um 17:41 Uhr.

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