Eingestürztes Fabrikgebäude Rana Plaza in Bangladesch

Zwei Jahre nach Fabrikeinsturz in Bangladesch 30 Millionen Dollar für Rana-Plaza-Opfer

Stand: 09.06.2015 13:29 Uhr

Vor zwei Jahren kamen beim Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch mehr als 1000 Menschen ums Leben. Nun steht das Geld für die Entschädigung der Opfer und Angehörigen komplett bereit - ein Fonds mit 30 Millionen Dollar.

Zwei Jahre nach einem Fabrikeinsturz in Bangladesch ist ein lange geplanter Fonds für Opfer und Angehörige mit insgesamt 30 Millionen US-Dollar (rund 27 Millionen Euro) aufgefüllt. In den letzten Tagen vor dem G7-Gipfel habe die internationale Privatwirtschaft noch fehlende 2,4 Millionen US-Dollar bereitgestellt, berichtete die Bundesregierung am Rande des Treffens der Staats- und Regierungschefs von sieben großen Industrienationen im oberbayerischen Elmau.

Damit sei zwar das Problem mangelnder ökologischer und sozialer Standards in der Lieferkette von Arbeitern aus armen Ländern bis zu den Unternehmen reicher Staaten nicht gelöst, hieß es. Aber ohne diesen Fonds könnten die G7-Staaten kaum glaubwürdig über das Thema sprechen.

Das meiste Geld ist bereits gezahlt

Etwa 2800 Überlebende und Angehörige des Textilindustrie-Unglücks von 2013 hatten Anträge auf Entschädigung gestellt, teilte die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) der Vereinten Nationen mit. Ein großer Teil der beantragten Gelder sei bereits ausbezahlt worden. Im Koordinationskomitee für die Entschädigungen vertreten sind die ILO, Bangladeschs Regierung, Firmen, Arbeitnehmer, Gewerkschaften und Menschenrechtsorganisationen.

Im April 2013 war das neungeschossige Rana-Plaza-Gebäude mit mehreren Textilfirmen nahe der Hauptstadt Dhaka eingestürzt. Mehr als 1100 Menschen kamen dabei ums Leben, mehr als 2400 verletzt. Obwohl am Vortag in dem Gebäude Risse festgestellt worden waren, wurden die Angestellten von den Fabrikbetreibern angewiesen, dennoch zu arbeiten.

Viele westliche Konzerne produzieren in Bangladesch

Das Unglück hatte ein grelles Licht auf die Sicherheitsprobleme in den Textilfabriken von Bangladesch geworfen. Das Land ist nach China weltweit die Nummer zwei der Textilexporteure. Die meisten westlichen Modekonzerne lassen in Bangladesch fertigen. Das Unglück von Rana Plaza führte dazu, dass die Kontrollen der Fabrikgebäude verstärkt und die Löhne angehoben wurden.

Arbeiter in einer Textilfabrik in Bangladesch

Arbeiter in einer Textilfabrik in Bangladesch

Kürzlich wurden 41 mutmaßliche Verantwortliche des Fabrikeinsturzes wegen Mordes angeklagt.

Bilderstrecke

Fabrikeinsturz in Bangladesch (24.04.2013)