Start der Rakete "Langer Marsch B5" (Aufnahme: 31.10.2022) | picture alliance / Xinhua News A

Sperrung des spanischen Luftraums Reste chinesischer Rakete in Pazifik gestürzt

Stand: 04.11.2022 15:57 Uhr

Erneut sind Reste einer chinesischen Rakete auf die Erde gestürzt. Laut Peking landeten sie im Pazifik. Vorherigen Berechnungen zufolge hätte auch Südeuropa getroffen werden können. Der Luftraum über Spanien war vorübergehend gesperrt.

Die Reste einer chinesischen Weltraumrakete sind nach Angaben Pekings in den Pazifik gestürzt. Das chinesische Raumfahrtprogramm teilte die Koordinaten des Aufschlagortes mit, wonach Trümmer im Pazifik vor der zentralamerikanischen Küste landeten.

Die meisten Teile der Rakete vom Typ "Langer Marsch 5B" seien beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglüht und zerstört worden, hieß es. Der Wiedereintritt erfolgte demnach um 18.08 Uhr chinesischer Zeit (11.08 Uhr MEZ). Zuvor hatte das Weltraumkommando der US-Streitkräfte auf Twitter mitgeteilt, dass die Rakete über dem Pazifik in die Atmosphäre eingedrungen sei. 

Luftraum über Spanien gesperrt

Wegen der Raketenreste war der Luftraum über Teilen Spaniens am Morgen vorübergehend gesperrt worden. Grund war eine Warnung der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA), hieß es. Nach vorherigen Berechnungen wäre es möglich gewesen, dass die Rakete auch über Teilen Südeuropas abstürzen könnte. Der Flugverkehr in mehreren Regionen Spaniens sei "aufgrund der Gefahr, die der Durchflug des Weltraumobjekts CZ-5B (...) darstellt", 40 Minuten lang beeinträchtigt gewesen, erklärte der katalanische Zivilschutz auf Twitter. 

Betroffen waren die Flughäfen von Barcelona, Tarragona und Ibiza, wie spanische Medien unter Berufung auf den Zivilschutz berichteten. Sie könne aber noch den ganzen Tag über zu erheblichen Verzögerungen im Flugverkehr führen, schrieb die Zeitung "El País". Der gesamte Flugverkehr auf den genannten Flughäfen war zeitweise zum Erliegen gekommen.

Schon mehrfach internationale Kritik

Der Weltraumschrott stammt von einer Rakete, mit der China am Montag das vorerst letzte Modul seiner im Bau befindlichen Raumstation "Tiangong" ins All befördert hatte. Der Wiedereintritt großer chinesischer Raketenteile in die Erdatmosphäre hat schon mehrfach internationale Kritik ausgelöst. Im Juli fielen nach offiziellen Angaben aus Peking Raketenteile in der Nähe der Philippinen ins Meer.

Auch wenn Experten die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen oder besiedelte Gebiete getroffen werden, für gering hielten, gab es Kritik von der NASA und Experten: "Kein anderes Land lässt diese 20-Tonnen-Dinger in einer Umlaufbahn, um auf unkontrollierte Weise wieder in die Erdatmosphäre einzutreten", sagte etwa der Astrophysiker Jonathan McDowell vom Harvard-Smithsonian Center für Astrophysik dem US-Sender CNN im Juli.