Einsatzkräfte suchen nachts in der Schlucht nach Vermissten. | Bildquelle: AFP

Tote in italienischer Schlucht "Ein außergewöhnliches Ereignis"

Stand: 21.08.2018 13:18 Uhr

Nach der Sturzflut in einer Schlucht in Süditalien suchen Einsatzkräfte weiter nach Vermissten. Bei dem Unglück starben zehn Wanderer. Die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen auf.

Von Jan-Christoph Kitzler, ARD-Studio Rom

Die Ausflügler wurden überrascht: Der Fluss in der Ragonella-Schlucht war schnell angeschwollen und hatte einige Wanderer mit sich gerissen. Andere konnten sich gerade noch in Sicherheit bringen.

In der süditalienischen Grenzregion zwischen Kalabrien und der Basilikata hatte es heftig geregnet. Der Fluss schwelle immer wieder stark an, aber normalerweise nicht im Sommer, erklärt Giacomo Zanfei von der Bergrettung in Kalabrien. Das sei ein außergewöhnliches Ereignis, sagt er. Er könne sich nicht erinnern, dass das schon einmal passiert sei.

Sie hätten Glück gehabt, dass das Unglück an einem Montag passierte. "Wenn das ein Sonn- oder Feiertag gewesen wäre", so Zanfei, "dann hätten wir sehr viel mehr Opfer. Diese Schlucht zieht viele Menschen an, denn der Ort ist ein Schatz. Aber man braucht Glück und muss etwas draufhaben. Die offiziellen Führer sind richtig gut." 

Sturzflut im Süden Italiens
tagesschau 20:00 Uhr, 21.08.2018, Katja Rieth, ARD Rom

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Suche nach Vermissten auch in der Nacht

23 Menschen konnten in Sicherheit gebracht werden, viele waren mit einem Führer unterwegs. Elf von ihnen mussten ins Krankenhaus, darunter ein Kind mit Schock und Unterkühlung.

"Wir haben die ganze Zeit gesucht, auch die Nacht über, um so viel Gelände wie möglich zu überprüfen. Aber es fließt immer noch ziemlich viel Wasser", so Zanfei. Man müsse auch auf die Sicherheit der Einsatzkräfte achten.

Wassermassen rissen Opfer weit fort

Die Bergungsarbeiten sind schwierig, denn die 13 Kilometer lange Schlucht ist in manchen Bereichen nur schwer zugänglich und Hunderte Meter tief. An manchen Stellen ist der Canyon nur ein paar Meter breit. Und die Wassermassen hätten die Opfer zum Teil weit fortgerissen, sagt Giacomo Zanfei. 

In der Nacht hätten sie noch drei weitere Leichen gefunden, sagt Zanfei. "Eine Mannschaft unter meiner Führung hat sie sehr weit weg von der berühmten Teufelsbrücke gefunden. Das ist besorgniserregend, denn das heißt, dass die Kraft des Wassers so stark wie eine Schlammlawine war."

 

Zahl der Ausflügler zum Unglückszeitpunkt unklar

Die Raganello-Schlucht ist ein beliebtes Ausflugsziel in Süditalien. Man kann dort Wanderungen unternehmen oder sogenanntes Canyoning betreiben. Dabei hangelt man sich in Neoprenanzügen und Helmen einen Wasserlauf hinunter. Viele Ausflügler vertrauen sich einem Führer an, man kann aber auch ohne in die Schlucht absteigen - deshalb ist immer noch unklar, wie viele Menschen zum Unglückszeitpunk vor Ort waren.

Feuerwehr, Bergrettung und Zivilschutz waren schnell in der Region. Und sie suchen weiter. Mindestens drei Personen werden noch vermisst. Auch die Küstenwache ist eingebunden. Denn es könnte sein, dass einige der Leichen ins Meer gespült wurden. "Wir überlassen nichts dem Zufall und suchen jeden Zentimeter der Gegend ab, von unten und aus der Luft", erklärt Nicola Capitale, Hubschrauberpilot der Feuerwehr. "Auch um noch Überlebende zu finden." Das sei ihre Hoffnung.

Auch bei diesem Unglück wird es dauern, bis es eine endgültige Opferbilanz gibt. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen, ob Fahrlässigkeit im Spiel war.

Unglück in der Raganello-Schlucht
Jan-Christoph Kitzler, ARD Rom
21.08.2018 12:27 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. August 2018 um 12:00 Uhr.

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