Die Kapitänin der "Sea-Watch 3", Carola Rackete | AP

"Sea-Watch 3"-Kapitänin Rackete verklagt Salvini

Stand: 11.07.2019 16:43 Uhr

"Sea-Watch 3"-Kapitänin Rackete hat Italiens Innenminister Salvini wegen Verleumdung und Anstiftung zum Verbrechen verklagt. Er nutze sein Amt, um über die sozialen Medien eine "Botschaft des Hasses" zu verbreiten.

Von Jörg Seisselberg, ARD-Studio Rom

Carola Rackete hatte es angekündigt, ihre Anwälte haben jetzt die Klageschrift fertiggestellt. Darin beschuldigt die Kapitänin des Rettungsschiffes "Sea-Watch 3" Italiens Innenminister Matteo Salvini unter anderem der Verleumdung in besonders schweren Fällen.

Jörg Seisselberg ARD-Studio Rom

Der Führer der rechten Lega habe sie unter anderem als Komplizin von Menschenschleppern, potenzielle Mörderin, Verbrecherin und Piratin bezeichnet. Über Twitter und Facebook, so Rackete, verbreite Salvini eine Botschaft des Hasses. Deswegen fordert die deutsche Seenotretterin, Salvinis Accounts in den sozialen Netzwerken müssten beschlagnahmt werden.

Salvini | dpa

Salvini bezeichnete Rackete unter anderem als Verbrecherin, Piratin und pozentielle Mörderin. Bild: dpa

Einfahrt in Hafen trotz Verbots

Rackete hält sich derzeit an einem der Öffentlichkeit unbekannten Ort auf. In der kommenden Woche muss sie sich auf Sizilien wegen des Vorwurfes der Beihilfe zu illegalen Einwanderung einer Anhörung im Gericht von Agrigent stellen. Die 31 Jahre alte Deutsche hatte Ende vergangenen Monats 40 Gerettete an Bord der "Sea-Watch 3" nach Lampedusa gebracht, trotz eines von Salvini ausgesprochenen Verbots in italienische Gewässer einzulaufen.

Ein vorübergehender Hausarrest wurde von einer Untersuchungsrichterin aufgehoben, weil Rackete ihrer Ansicht nach mit der Einfahrt in einen italienischen Hafen gegen kein Gesetz verstoßen hat.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 11. Juli 2019 um 16:45 Uhr.