Polizeifahrzeuge in der Nähe der Moschee in Quebec | Bildquelle: AFP

Terroranschlag in Kanada Tote bei Angriff auf Moschee in Québec

Stand: 30.01.2017 10:23 Uhr

Im kanadischen Québec sind in einer Moschee mindestens sechs Menschen erschossen und acht verletzt worden. Laut Polizei wurden zwei Verdächtige festgenommen. Offenbar fielen die Schüsse während des Abendgebets. Kanadas Premierminister Trudeau sprach von einem Terroranschlag.

Bei einer Schießerei in einer Moschee in der kanadischen Stadt Québec hat es mehrere Tote und Verletzte gegeben. Nach Angaben der Polizei wurden sechs Menschen erschossen und acht verletzt. Der Vorsitzende des islamischen Gotteshauses hatte zuvor von fünf Todesopfern gesprochen. Die Täter hätten während des Abendgebets das Feuer eröffnet. Zum Tatzeitpunkt waren laut Polizei mehr als 50 Menschen in der Moschee.

Zwei Männer wurden nach Angaben der Polizei bereits festgenommen. Nachdem zunächst nicht ausgeschlossen wurde, dass ein weiterer Verdächtiger auf der Flucht sei, erklärte eine Polizeisprecherin nun: Es gebe keine Hinweise auf weitere Beteiligte. Die Situation ist laut Polizei unter Kontrolle. Die Hintergründe des Vorfalls sind noch unklar.

Laut dem Sender TVA Nouvelles wies der Vorsitzende darauf hin, dass seine Moschee in der Vergangenheit mehrfach Ziel von Angriffen gewesen sei. Neben Wandschmierereien sei einmal ein abgetrennter Schweinekopf vor der Moschee abgelegt worden.

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"Terror gegen Muslime"

Der kanadische Regierungschef Justin Trudeau erklärt, er sei schockiert und habe mit Trauer und Wut von dem Terroranschlag erfahren. Solche sinnlose Gewalt sei herzzerreißend. Muslimische Kanadier gehörten zu dem Land, so Trudeau weiter. Erst am Samstag hatte er Kanada ausdrücklich als ein Flüchtlingen weiterhin offenstehendes Land bezeichnet - als Reaktion auf Donald Trumps Einreisestopp für Menschen aus einigen muslimischen Ländern.

Der Regierungschef der Provinz Québec, Philippe Couillard, sprach den Opfern und Angehörigen sein Beileid aus. Auf Twitter rief er nach der Bluttat zur geschlossenen Ablehnung von Gewalt und Solidarität mit Muslimen auf. Gleichzeitig seien die Behörden darum bemüht, die Sicherheit der Bürger zu schützen.

Der Bürgermeister der Stadt Québec, Régis Labeaume, wirkte sichtlich erschüttert. "Keine Person sollte mit ihrem Leben für ihre Rasse, ihre Farbe, ihre sexuelle Orientierung oder ihren religiösen Glauben bezahlen müssen", sagte Labeaume.

Die New Yorker Polizeibehörde kündigte nach dem Anschlag an, Patrouillen in Moscheen und anderen Gotteshäusern zu verstärken. Bürgermeister Bill de Blasio forderte Bewohner der US-Stadt über den Kurznachrichtendienst Twitter auf, Auffälliges zu melden.

Mit Informationen von Kai Clement, ARD-Studio New York

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 30. Januar 2017 um 04:45 Uhr.

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