Studio von Arti TV im Osten Kölns (Foto: Philhip Wundersee)

Zwei Jahre nach Putschversuch Raus aus der Türkei

Stand: 15.07.2018 05:00 Uhr

Zwei Jahre nach dem versuchten Militärputsch hat sich die Lage in der Türkei nicht entspannt. Daher verlassen weiterhin Kritiker das Land. Auch in Deutschland suchen viele Schutz.

Von Philipp Wundersee, WDR

Ahmet Nesin strahlt, wenn er von seiner Arbeit erzählt. Er ist seit mehr als 40 Jahren Journalist. "Wir glauben daran, dass wir für eine gute Sache arbeiten, weil es immer wichtig ist und war, demokratischen Journalismus zu betreiben", sagt er und blickt dabei über den Rand seiner Brille in sein kleines TV-Studio, das im Osten von Köln liegt.

Wenige Tage nach dem versuchten Putsch im Juli 2016 in der Türkei ist er nach Deutschland gekommen und hat hier mit anderen Exil-Journalisten den Sender Arti TV aufgebaut. Tägliche Nachrichtensendungen, Interviews mit Experten, ein Sender, der auch der Opposition in der Türkei eine Plattform geben soll.

Viele Türken flüchten ins Exil
tagesschau24, 15.07.2018, Philipp Wundersee, WDR

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Kein einfaches Leben im Exil

Für die Exil-Journalisten ist das Leben in Deutschland kein leichtes, erzählt Fehim Isik. Er ist stellvertretender Chefredakteur von Arti TV. "Jede politische Änderung in der Türkei beeinflusst auch Deutschland. Ganz besonders die Polarisierung, die Erdogan in den letzten Jahren vollzogen hat, hat die in Deutschland lebenden Menschen gegeneinander aufgebracht", sagt Isik.

Gegen Isik laufen in der Türkei mehrere Verfahren. Er war Kolumnist bei einer Zeitung, die in der Türkei mittlerweile verboten ist. Seine Beobachtung teilen auch Wissenschaftler. Hacı-Halil Uslucan von der Universität Duisburg-Essen spricht von einem Dilemma für die Türken in Deutschland, das sich seit dem Putschversuch verschärft habe.

Immer mehr müssten sie türkische Politik in ihrer deutschen Umgebung erklären. "Das hat die Gräben zwischen Deutsch-Türken und Deutschen, zwischen Erdogan-Befürwortern  und türkeikritischen Deutsch-Türken, aber auch die Gräben zwischen Muslimen vertieft", sagt der Migrationsforscher.

Zurück in die Heimat?

Studio von Arti TV im Osten Kölns (Foto: Philhip Wundersee)
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Arti TV sendet seit 2016 aus Deutschland.

Wie die meisten seiner Exil-Kollegen hofft auch Ahmet Nesin, dass er irgendwann in die Heimat zurückkehren kann. "Ich glaube nicht, dass die Politik in der Türkei in dieser Art weiter geführt werden kann. Wenn man keine demokratischen Schritte in die Wege leitet, wird das Chaos weiter zunehmen", sagt der Journalist.

Der Ausnahmezustand wurde verhängt, um die Putschisten in den Griff zu bekommen. Erdogan aber nutzte die Notstandsgesetzgebung, um tausende Journalisten, Wissenschaftler und Journalisten hinter Gittern zu bringen.

Rund 130.000 Angestellte wurden aus dem öffentlichen Dienst entlassen. Die Lage in der Türkei führe auch dazu, sagen Wissenschaftler, dass weiterhin immer mehr Türken ihre Heimat verlassen, darunter viele Intellektuelle und Künstler. Die Zahlen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge zeigen: Türken stellten im Juni die drittgrößte Gruppe der Erstanträge in Deutschland dar, noch vor Menschen aus Afghanistan und Nigeria.

Keine Entspannung in der Türkei

Auch wenn am 18. Juli der Ausnahmezustand in der Türkei aufgehoben werden soll, rechnen die Journalisten von Arti TV nicht mit einer Entspannung der Situation. "Wir wollen, dass die Demokratie gewinnt und kein Regime, darum machen wir weiter", erzählt Ahmet Nesin. Er und die anderen Journalisten wollen weiter unzensiert berichten – aus dem Exil in Deutschland.

Katharina Willinger, WDR, zum gesellschaftlichen Wandel in der Türkei
tagesschau24, 15.07.2018

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. Juli 2018 um 08:25 Uhr und Tagesschau24 am 15. Juli 2018 um 09:00 Uhr.

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