Mutmaßlichen Täter im Fall Skripal | Bildquelle: LONDON METROPOLITAN POLICE/HANDO

Putin zu Giftanschlag "Tatverdächtige sind Zivilisten"

Stand: 12.09.2018 09:54 Uhr

Russland widerspricht Großbritannien: Die britische Polizei hatte zwei Tatverdächtige im Fall Skripal identifiziert, die russische Geheimdienstagenten sein soll. Putin sagt nun, dass es "natürlich Zivilisten seien".

Die russischen Behörden haben nach den Worten von Präsident Wladimir Putin die von Großbritannien wegen des Giftanschlags auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal gesuchten Männer identifiziert. "Wir wissen, wer sie sind, wir haben sie gefunden", sagte Putin bei einem Wirtschaftsforum in Wladiwostok. Es handele sich "natürlich um Zivilisten", sie arbeiteten nicht für das Militär. Er forderte die Männer auf, die Medien zu kontaktieren und ihre Geschichte zu erzählen.

Die mutmaßlichen Täter im Porträt - ein Handout der britischen Metropolitan Police. | Bildquelle: AP
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Großbritannien sucht die mutmaßlichen Täter per europäischem Haftbefehl.

Der ehemalige russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia waren im März in der südenglischen Stadt Salisbury durch das in der Sowjetunion entwickelte Nervengift Nowitschok schwer verletzt worden und nur knapp dem Tode entronnen. In der vergangenen Woche gab die britische Polizei bekannt, sie habe zwei Verdächtige in dem Fall identifiziert. Nach Angaben von Premierministerin Theresa May handelt es sich um Mitglieder des russischen Militärgeheimdienstes GRU, die höchstwahrscheinlich im Auftrag der russischen Regierung handelten.

Putin: Von London gesuchte Verdächtige sind Zivilisten und keine Kriminellen
Sabine Stöhr, SRD Moskau
12.09.2018 12:57 Uhr

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Nervengift Nowitschok

Die Sowjetunion hat unter der Bezeichnung Nowitschok (zu deutsch Neuling) zwischen den 1970er- und 1980er-Jahren eine Serie neuartiger Nervenkampfstoffe entwickelt. Die rund 100 Varianten gehören zu den berüchtigsten Nervenkampfstoffen, die jemals hergestellt wurden. Sie können über die Haut und die Atmung in den Körper gelangen.

Das Gift ist nur schwer nachzuweisen, die Überlebenschancen der Opfer sind gering. Selbst übliche Gegenmittel wie Atropin können meist nur wenig ausrichten. Die englische Schreibweise der Kampfstoffe lautet Novichok.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 12. September 2018 um 10:05 Uhr.

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