Wladimir Putin | Bildquelle: dpa

Atom-Abrüstungsvertrag Putin schlägt New-Start-Verlängerung vor

Stand: 16.10.2020 22:24 Uhr

Im Februar könnte das letzte große Atom-Abrüstungsabkommen zwischen Russland und den USA auslaufen. Nun hat der russische Präsident Putin vorgeschlagen, den New-Start-Vertrag ohne Vorbedingungen zu verlängern. Die USA lehnten ab.

Vier Monate vor dem Auslaufen des letzten großen Atom-Abrüstungsvertrags mit den USA hat Russlands Präsident Wladimir Putin eine bedingungslose Verlängerung des New-Start-Abkommens um mindestens ein Jahr vorgeschlagen. Diese Zeit könne für "sinnvolle Verhandlungen über alle Einzelheiten" genutzt werden, sagte er bei einer Videokonferenz seines Sicherheitsrates in Moskau. "Es wäre schade, wenn dieser Vertrag nicht mehr existieren würde." Das Abkommen läuft im Februar aus, wenn beide Seiten sich nicht auf eine Verlängerung einigen.

Die US-Regierung lehnte den Vorstoß Putins ab. Der Vorschlag sei "ein Rohrkrepierer", teilte der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, Robert O'Brien, mit. "Wir hoffen, dass Russland seine Position neu bewerten wird, bevor ein kostspieliges Wettrüsten einsetzt."

USA stellen Bedingungen

Der US-Sonderbeauftragte für Abrüstungsfragen, Marshall Billingslea, hatte am Dienstag gesagt, die US-Regierung sei bereit, den Vertrag für eine gewisse Zeit zu verlängern - wenn Russland zusage, sein Arsenal taktischer Atomwaffen zu begrenzen. "Wir sind bereit, das gleiche zu tun."

O'Brien teilte nun mit, die USA hätten unter diesen Bedingungen ebenfalls eine Verlängerung um ein Jahr vorgeschlagen und seien nach den jüngsten Verhandlungen davon ausgegangen, dass Russland das akzeptieren würde. "Das wäre ein Gewinn für beide Seiten gewesen."

Der New-Start-Vertrag begrenzt die Nukleararsenale Russlands und der USA auf je 800 Trägersysteme und 1550 einsatzbereite Atomsprengköpfe. Moskau und Washington hatten im Juni eine erste Verhandlungsrunde über die Zukunft des Abkommens ohne greifbare Ergebnisse beendet. Wird der Vertrag nicht verlängert oder keine neue Vereinbarung geschlossen, gäbe es erstmals seit Jahrzehnten kein Abkommen mehr, das den Bestand an strategischen Atomwaffen begrenzt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. Oktober 2020 um 20:00 Uhr.

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