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Präsidentenwahl in Russland Putin will sechs weitere Jahre

Stand: 06.12.2017 16:35 Uhr

Lange hatte er gezögert, nun bekannte er Farbe: Kremlchef Putin will bei der russischen Präsidentenwahl 2018 für eine vierte Amtszeit kandidieren. Der Sieg des 65-Jährigen gilt als sicher, vor allem weil es kaum ernstzunehmende Gegenkandidaten gibt.

Der russische Präsident Wladimir Putin strebt eine vierte Amtszeit an. Er wolle bei der Präsidentschaftswahl im März 2018 erneut antreten, erklärte der 65-Jährige bei einem Besuch in einer Fabrik in Nischni Nowgorod. "Ich werde meine Kandidatur für den Posten des russischen Präsidenten einreichen", sagte er vor einer Versammlung von Arbeitern. Staatsbedienstete und Arbeiter machen den Kern seiner Anhängerschaft aus.

Lange gezögert

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Putin verkündete seine Kandidatur in einer Fahrzeugfabrik.

Bis dahin hatte Putin sich nicht festgelegt, ob er sich im Frühjahr wieder zur Wahl stellen wolle. Noch kurz vor der Bekanntgabe kündigte Putin bei einem Treffen mit jungen Ehrenamtlichen an, "in nächster Zukunft" zu entscheiden, ob er ein weiteres Mal antreten werde. Die russische Öffentlichkeit ging aber fest davon aus.

Putin war bereits von 2000 bis 2008 Präsident der Russischen Föderation gewesen. Damals betrug die Amtszeit eines Präsidenten noch vier Jahre. Nach einer Wahlperiode als Regierungschef unter Präsident Dimitri Medwedew ließ er sich 2012 wieder in das höchste Staatsamt wählen und tauschte dabei mit Medwedew den Posten. Vor der Wahl 2012 wurde die Amtszeit des russischen Präsidenten verlängert - nun dauert sie sechs Jahre. Eine weitere Präsidentschaft würde ihm die Macht im Kreml also bis 2024 sichern.

Wiederwahl gilt als sicher

Putins Zustimmungswerte in der russischen Bevölkerung liegen bei mehr als 80 Prozent. Eine Wiederwahl bei der Abstimmung am 18. März dürfte ihm damit bereits in der ersten Runde so gut wie sicher sein. Zudem gibt es keinen Gegenkandidaten, der ihm gefährlich werden könnte. Zu seinen Mitbewerbern gehören etwa der Kommunistenchef Gennadi Sjuganow, der Ultranationalist Wladimir Schirinowski und der liberale Politiker Grigori Jawlinski haben bereits ihren Hut in den Ring geworfen. Auch Xenia Sobtschak, eine bekannte Fernsehmoderatorin und Tochter des verstorbenen früheren Bürgermeisters von St. Petersburg, Anatoli Sobtschak, hat sich entschlossen, sich auf die Präsidentschaft zu bewerben.

Einer seiner bekanntesten Widersacher, der Kremlkritiker Alexej Nawalny, darf aufgrund einer Verurteilung wegen Untreue dagegen höchstwahrscheinlich nicht bei der Wahl antreten. Nawalny kritisiert das Urteil gegen ihn als politisch motiviert. Mit Demonstrationen seiner Anhänger in ganz Russland versuchte er mehrfach, den Druck auf den Kreml zu erhöhen, seine Kandidatur zuzulassen.

Der russische Oppositionelle wird von zwei Polizisten abgeführt. | Bildquelle: dpa
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Kremlkritiker Nawalny darf wohl nicht antreten.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 06. Dezember 2017 um 16:00 Uhr.

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