Wladimir Putin | Bildquelle: via REUTERS

US-Wahl Putin gratuliert Biden zum Wahlsieg

Stand: 15.12.2020 10:20 Uhr

Nach der offiziellen Bestätigung von Bidens Sieg bei der US-Wahl hat Russlands Präsident Putin dem künftigen US-Präsidenten Erfolg gewünscht. In einer Erklärung des Kremls hieß es, Moskau sei "bereit zur Zusammenarbeit".

Als einer der letzten Staatschefs hat Russlands Präsident Wladimir Putin dem künftigen US-Präsidenten Joe Biden zum Wahlsieg gratuliert. Knapp sechs Wochen nach der Wahl wünschte der Kremlchef Biden in einem Glückwunschtelegramm Erfolg. Bidens Sieg war am Montagabend von den US-Wahlleuten mit klarer Mehrheit bestätigt worden.

"Ich für meinen Teil bin zur Zusammenarbeit und zu Kontakten mit Ihnen bereit", schrieb Putin laut dem Kreml in dem Telegramm an Biden. Ungeachtet ihrer Differenzen könnten Russland und die USA gemeinsam zur Lösung vieler Fragen und Herausforderungen in der Welt beitragen, so Putin weiter. Moskau und Washington hätten besondere Verantwortung für Sicherheit und Stabilität in der Welt.

Die beiden größten Atommächte ringen aktuell um die Verlängerung ihres letzten nuklearen Abrüstungsabkommens "New Start", das im Februar endet. Die Beziehungen sind auf vielen Feldern belastet. Biden hatte im Umgang mit Moskau einen härteren Kurs angekündigt. Russland wird unter anderem vorgeworfen, sich in die US-Wahl 2016 eingemischt zu haben, um Donald Trump zum Sieg zu verhelfen.

Putin wollte offizielles Wahlergebnis abwarten

Putins Gratulation erfolgte nun, kurz nachdem Wahlleute in den Bundesstaaten Bidens Sieg über Amtsinhaber Donald Trump bestätigt hatten. Viele andere Staats- und Regierungschefs hatten sich bei dem gewählten Präsidenten schon im November gemeldet.

Nach früheren Angaben des Kremls wollte Putin das offizielle Wahlergebnis abwarten. Moskau hatte stets betont, dass eine Gratulation zum Wahlsieg nicht auf Grundlage von Medien, die Biden zum Sieger erklärten, erfolgen könne.

Im sogenannten Electoral College erhielt Biden nun 306 der insgesamt 538 Stimmen und damit deutlich mehr als die erforderliche Mindestzahl von 270. Der bisherige Amtsinhaber Trump, der seine Niederlage weiterhin nicht anerkennt, kam auf lediglich 232 Stimmen. Am 20. Januar werden Biden und Vizepräsidentin Kamala Harris in Washington vereidigt. 

Russland fürchtet unter Biden weitere Sanktionen

In Russland war die Hoffnung groß, dass Trump wiedergewählt wird. Traditionell gelten die Beziehungen mit republikanischen US-Präsidenten als besser als mit einem Demokraten. Befürchtet werden in Russland unter Biden noch mehr Sanktionen und eine deutlich schärfere Kritik an Menschenrechtsverstößen.

Die Beziehungen sind unter anderem wegen mehrerer Sanktionen schwer belastet. Vor allem aber will Moskau aktuell den Fertigbau der Ostseepipeline Nord Stream 2 von Russland nach Deutschland gegen den Widerstand Washingtons durchsetzen. Das fast fertige Milliardenprojekt war vor einem Jahr wegen der US-Sanktionen gestoppt worden. In diesem Monat soll ein Teilstück weiter gebaut werden. Allerdings drohen bereits neue Sanktionen der USA.

Last, but not least - Putin gratuliert Biden zum Wahlsieg
Christina Nagel, ARD Moskau
15.12.2020 12:21 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. Dezember 2020 um 10:00 Uhr in den Nachrichten.

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