Joe Biden und Wladimir Putin | AFP

Videogipfel zu Ukraine-Konflikt Biden droht Putin mit "starken Sanktionen"

Stand: 07.12.2021 19:46 Uhr

US-Präsident Biden hat Russlands Präsident Putin vor einer militärischen Eskalation in der Ukraine-Krise gewarnt. Bei einem Videogipfel drohte er mit "starken wirtschaftlichen Sanktionen".

US-Präsident Joe Biden hat seinem russischen Kollegen Wladimir Putin nach Angaben des Weißen Hauses im Falle einer Eskalation im Ukraine-Konflikt mit Konsequenzen gedroht. Das Weiße Haus teilte nach einem gut zweistündigen Videogipfel mit, Biden habe "die tiefe Besorgnis der Vereinigten Staaten und unserer europäischen Verbündeten" über die Krise zum Ausdruck gebracht.

Er habe zugleich deutlich gemacht, "dass die USA und unsere Verbündeten im Falle einer militärischen Eskalation mit starken wirtschaftlichen und anderen Maßnahmen reagieren würden".

Putin nahm mit dem Ziel an dem Gespräch teil, von Biden eine Garantie zu erhalten, dass die Ukraine niemals Teil der NATO wird. Kiew bemüht sich seit langem um eine Mitgliedschaft in dem Militärbündnis. Die USA und die NATO-Verbündeten hatten vor dem Gespräch klargemacht, dass es eine solche Garantie nicht geben wird.

Weiter teilte das Weiße Haus mit, Biden habe seine Unterstützung für die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine bekräftigt. Er habe zur Deeskalation und zur Rückkehr zur Diplomatie aufgerufen.

Weitere Themen sollten die Cybersicherheit beider Länder, das iranische Atomprogramm und weitere internationale Konflikte sein. Der Kreml hatte zuvor erklärt, es könne angesichts der Vielzahl von Konfliktthemen ein sehr langes Gespräch werden.

Biden in Kontakt mit Europäern wegen Ukraine

Im Anschluss wollte sich der US-Präsident mit seinen europäischen Verbündeten austauschen: Noch-Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron, dem italienischen Regierungschef Mario Draghi und dem britischen Premierminister Boris Johnson.

Russland hat an der Grenze zur Ukraine Zehntausende Soldaten zusammengezogen, was im Westen die Befürchtung schürt, dass die russische Armee in die Ukraine einmarschieren könnte.

Schwerer Vorwurf an Russland

Wenige Stunden vor dem Videogipfel hatte die Ukraine Russland vorgeworfen, Panzer und Scharfschützen an die Kontaktlinie zwischen der ukrainischen Armee und prorussischen Rebellen in der Ostukraine entsandt zu haben, um "Gegenfeuer" zu provozieren und so einen Vorwand für einen potenziellen russischen Einmarsch zu schaffen.

Der Kremlsprecher Dmitri Peskow wollte sich nicht zum Vorwurf äußern und verwies auf das russische Verteidigungsministerium, das zunächst keine Stellungnahme abgab.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. Dezember 2021 um 20:00 Uhr.