Putin und Assad | Bildquelle: AFP

Putin trifft Assad Überraschungsbesuch in Damaskus

Stand: 07.01.2020 18:02 Uhr

Im syrischen Bürgerkrieg ist Präsident Assad weiter auf die Unterstützung Russlands angewiesen. Nun reiste der russische Staatschef Putin überraschend nach Damaskus, um seinen Amtskollegen zu besuchen.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat überraschend die syrische Hauptstadt Damaskus besucht und dort Machthaber Baschar al-Assad getroffen. Die zwei Präsidenten trafen sich auf einem russischen Kommandoposten. Auf einem Bild ist zu sehen, wie sich die beiden bei einem Treffen mit Militärs die Hand schütteln.

Bei dem Gespräch sei es um die Lage in verschiedenen Regionen des Landes gegangen, erklärte Kremlsprecher Dmitri Peskow nach Angaben der russischen Agentur Interfax. Beide Staatschefs hörten sich eine Einschätzung des Militärs an. Assad habe Putin für die Hilfe Russlands "im Kampf gegen den Terrorismus und bei der Wiederherstellung des friedlichen Lebens in Syrien" gedankt. Putin fuhr Peskow zufolge durch die Straßen von Damaskus, um sich ein Bild von der Situation zu machen.

Wladimir Putin und Bashar al-Assad in Damaskus | Bildquelle: dpa
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Putin und Assad besuchten auch eine orthodoxe Kirche in Damaskus.

Wichtige Verbündete

Russland zählt in dem fast neunjährigen Konflikt neben dem Iran zu den wichtigsten Verbündeten der Regierung. Moskaus Unterstützung trug entscheidend dazu bei, dass Assads Truppen weite Teile des Landes zurückerobern konnten. Mittlerweile kontrollieren sie wieder rund zwei Drittel Syriens, darunter vor allem alle wichtigen Städte. Assad hat zudem mehrfach angekündigt, dass gesamte Land wieder einnehmen zu wollen. Dazu ist er weiterhin auf die russische Unterstützung angewiesen.

Putin ist einer der wenigen Staatschefs, die nach Damaskus gereist sind. Damit befindet er sich etwa in Gesellschaft des mittlerweile gestürzten und vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag per Haftbefehl gesuchten sudanesischen Präsidenten Omar al-Baschir - dieser hatte Assad im Dezember 2018 besucht. Der Westen hingegen hat alle offiziellen Kontakte zum syrischen Präsidenten abgebrochen, weil ihm schwere Vergehen im syrischen Bürgerkrieg vorgeworfen werden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. Januar 2020 um 18:00 Uhr.

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