Wladimir Putin | Bildquelle: ALEXANDER ZEMLIANICHENKO/POOL/EP

INF-Vertrag Putin warnt USA vor neuem Wettrüsten

Stand: 24.10.2018 20:26 Uhr

Russlands Präsident Putin hält den Ausstieg der USA aus dem INF-Vertrag für eine "extrem gefährliche Situation". Er warnte vor einem Rüstungswettlauf. Auch für Europa könnte es ernsthafte Konsequenzen haben.

Russland sieht sich zu Gegenmaßnahmen gezwungen, wenn die USA wie angekündigt aus einem der wichtigsten nuklearen Abrüstungsverträge aussteigen. Dies könnte auch ernsthafte Konsequenzen für Europa haben, sagte der russische Präsident Wladimir Putin bei einer Pressekonferenz mit dem italienischen Regierungschef Giuseppe Conte in Moskau.

Wenn europäische Staaten nach einem Auslaufen des so genannten INF-Vertrags einer Stationierung von US-Raketen auf ihrem Staatsgebiet zustimmen würden, müsse Russland "natürlich auch entsprechend antworten", sagte er. "Ich verstehe nicht, warum es notwendig ist, Europa so einem Gefahrenzustand auszusetzen", sagte der Kremlchef. Er warnte vor einem neuen Wettrüsten. Die US-Regierung würde eine "extrem gefährliche Situation" heraufbeschwören, so Putin weiter. "Das einzige, was uns dann noch bliebe, ist ein Rüstungswettlauf."

Trump wirft Moskau Vertragsbruch vor

US-Präsident Donald Trump hatte am Wochenende angekündigt, aus dem INF-Abrüstungsabkommen mit Russland auszusteigen. Er wirft Moskau vor, seit 2014 mit einem neuen Raketensystem gegen den Vertrag zu verstoßen. Das 1987 geschlossene INF-Abkommen verpflichtet die USA und die Nachfolgestaaten der Sowjetunion zur Abschaffung aller landgestützten, atomar bestückbaren Mittelstreckenraketen mit Reichweiten zwischen 500 und 5500 Kilometern. Die USA hätten keine Beweise für einen Vertragsbruch von Seiten Russlands, betonte Putin.

NATO besorgt über Spannungen

Auch die NATO äußerte sich besorgt über die wachsenden Spannungen zwischen Washington und Moskau. "Wir wollen keinen neuen Kalten Krieg, wir wollen kein neues Wettrüsten", beteuerte Generalsekretär Jens Stoltenberg. Im Prinzip stellte sich der Norweger auf die Seite der US-Regierung. Ja, so Stoltenberg, das INF-Abkommen sei ein Meilenstein der Internationalen Waffenkontrolle. Das Problem sei nur, kein Vertrag könne funktionieren, wenn nur eine Seite ihn respektiere.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. Oktober 2018 um 20:00 Uhr in den Nachrichten.

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