"Pussy-Riot"-Mitglied Pjotr Wersilow | Bildquelle: dpa

Nach Verdacht auf Vergiftung "Pussy Riot"-Mitglied wieder bei Bewusstsein

Stand: 15.09.2018 16:12 Uhr

Das "Pussy Riot"-Mitglied Wersilow ist nach Angaben seiner Freundin wieder bei Bewusstsein, hat aber noch Halluzinationen. Die russische Aktivistengruppe glaubt, dass er vergiftet wurde. Er soll in Berlin behandelt werden.

Der mit Verdacht auf eine Vergiftung ins Krankenhaus eingelieferte "Pussy Riot"-Aktivist Pjotr Wersilow ist wieder bei Bewusstsein. Wersilow habe die Intensivstation eines Moskauer Krankenhauses verlassen können, sagte Wersilows Lebensgefährtin Veronika Nikulschina der russischen Nachrichten-Website "Medusa".

Wersilow leide aber weiter an Halluzinationen, sagte Nikulschina "Medusa". Sie bekräftigte den Verdacht, dass er vergiftet worden sei.

Zur Weiterbehandlung soll er in eine Klinik nach Berlin gebracht werden, teilte Nikulschina zudem mit. Sie und seine Mutter würden ihn begleiten. Ein Arzt der Berliner Klinik, der mit Wersilows Vater befreundet sei, habe zu einer medizinischen Behandlung außerhalb von Russland geraten.

Seh- und Sprechvermögen beeinträchtigt

Der 30-jährige war am Dienstagabend ins Krankenhaus eingeliefert worden, nachdem er nach Angaben seiner Lebensgefährtin nach einer Gerichtsanhörung sein Seh- und Sprechvermögen verloren hatte. Am Donnerstag wurde er auf die Intensivstation des renommierten Sklifossowski-Instituts verlegt.

Im WM-Finale aufs Spielfeld gerannt

Vier Aktivisten von "Pussy Riot", unter ihnen Wersilow und Nikulschina, waren im Juli während des Finalspiels der Fußball-WM in Moskau in Polizeiuniformen aufs Spielfeld gerannt. Sie kamen dafür für 15 Tage ins Gefängnis. Die Aktivistengruppe wollte damit nach eigenen Angaben gegen übermäßige Befugnisse der russischen Polizei und gegen Polizeigewalt protestieren.

Pjotr Wersilow | Bildquelle: AP
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Pjotr Wersilow wird beim WM-Endspiel vom Platz gebracht.

"Pussy Riot" fiel bereits mehrfach mit spektakulären Aktionen gegen Justizwillkür und Korruption auf.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. September 2018 um 06:00 Uhr.

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