Rex Carles Puigdemont | MARKUS HEINE/EPA-EFE/REX/Shutter

Katalanischer Ex-Präsident Puigdemont gründet neue Bewegung

Stand: 17.07.2018 07:50 Uhr

Der ehemalige katalanische Präsident Puigdemont sitzt in Deutschland fest, längst hat die Region Spaniens eine neue Regierung. Nun hat er eine neue Bewegung gegründet. Ihr Ziel: die Unabhängigkeit von Madrid.

Kataloniens früherer Regionalpräsident Carles Puigdemont hat eine neue separatistische Bewegung gegründet. Die "Crida Nacional per la República" (Nationaler Ruf nach der Republik) soll dazu dienen, Befürworter einer Unabhängigkeit zu vereinen und auf die Abspaltung von Spanien hinzuarbeiten.

In Barcelona fand ein Festakt statt, auf dem ein entsprechendes Manifest verlesen wurde. Daran nahm Puigdemonts Amtsnachfolger Quim Torra teil, Puigdemont selbst war per Video zugeschaltet. "Wir sind stärker, wenn wir übergreifend und vereint handeln können", sagte er. "Wir müssen weiterkämpfen, uns der ungerechtfertigten Repression stellen und uns weiter in Richtung einer katalanischen Republik bewegen."

Kataloniens Separatisten formen neue Regierung

Puigdemont selbst sitzt seit dem Frühjahr in Deutschland fest: Er war nach der Ausrufung der Unabhängigkeit Kataloniens im Oktober 2017 mit mehreren Mitstreitern zunächst nach Brüssel geflüchtet und auf der Durchreise in Schleswig-Holstein festgenommen worden. Unter Auflagen kam er frei und hält sich in Deutschland auf.

In Spanien ist Puigdemont der Rebellion, des Aufruhrs und der Veruntreuung öffentlicher Gelder angeklagt. Die Zentralregierung in Madrid hat sein damaliges Kabinett abgesetzt und mehrere katalanische Spitzenpolitiker verhaftet. Dennoch errangen die Separatisten bei den Wahlen im Dezember erneut die Mehrheit, Quim Torra wurde als neuer Regionalpräsident vereidigt.

Kataloniens neuer Regionalpräsident Torra spricht bei der Vereidigungszeremonie seines Kabinetts | TONI ALBIR/EPA-EFE/REX/Shutterst

Kataloniens neuer Regionalpräsident Torra bei der Vereidigungszeremonie seines Kabinetts Anfang Juni 2018. Bild: TONI ALBIR/EPA-EFE/REX/Shutterst

Puigdemont droht die Auslieferung nach Spanien

Puigdemonts eigene politische Zukunft ist ungewiss: Vergangene Woche machte das Oberlandesgericht Schleswig den Weg für seine Auslieferung frei. Allerdings soll er nur wegen des Verdachts der Veruntreuung öffentlicher Gelder und nicht wegen Rebellion belangt werden können.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 17. Juli 2018 um 07:45 Uhr.

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KOMMENTARE

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Apollo1995 17.07.2018 • 13:29 Uhr

@Germanokatalane

Ja, Gott sei Dank, oder besser Demokratie sei Dank, hat die Regierung endlich gewechselt! Glas klare Zeichen für ein Referendum hat Pedro Sánchez aber auch nicht gesetzt. Und das hat auch seinen berechtigten Grund. Für ein Referendum im Sinne von einem Volksentscheid bei dem nur die Bürger Kataloniens entscheiden dürfen, bedarf es einer umfassenden Änderung der spanischen Verfassung. In der gegenwärtigen Verfassungslage kann nur ein Referendum in ganz Spanien, über den Verbleib Kataloniens im spanischen Staat, abgehalten werden. Wie schwierig diesbezüglich aber eine Verfassungsänderung wäre, lässt sich doch an der fanatischen Polarisierung beider Interessenslager ablesen. Spanien braucht eine Verfassungsreform, keine Frage. Aber illegale Alleingänge, wie sie von Artur Maas und Carles Puigdemont vorangetrieben wurden, sind nicht zielführend! Und sie sind auch nicht völkerrechtlich gedeckt, wie oft hier behauptet wird. Wenn was erreicht werden soll, dann bitte LEGAL!