Der katalanische Separatistenführer Carles Puigdemont | Bildquelle: OLAF MALZAHN/EPA-EFE/REX

Ein Jahr nach Festnahme Puigdemonts Geschenk für JVA Neumünster

Stand: 25.03.2019 14:31 Uhr

Neumünster sei ein Ort, der immer mit seinem Leben verbunden sein wird, so der katalanische Separatistenführer Puigdemont. Mit 100 Büchern katalanischer Autoren als Spende besuchte er die dortige JVA, in der er selbst zeitweise einsaß.

Ein Jahr nach seiner Festnahme in Schleswig-Holstein ist der katalanische Separatistenführer Carles Puigdemont nach Neumünster zurückgekehrt. Er brachte eine Spende von 100 Büchern katalanischer Autoren in deutscher Übersetzung in die Justizvollzugsanstalt, in der er selbst zeitweise eingesessen hatte.

Neumünster für immer mit seinem Leben verbunden

Puigdemont sagte, er fühle sich glücklich, dieses Geschenk an einen Ort bringen zu können, der für immer mit seinem Leben verbunden sei. Die Bücher - darunter Poesie, Romane, Biografien und Historisches - stammen aus unterschiedlichen Zeiten. Puigdemont sagte, er wolle damit seine Dankbarkeit ausdrücken für die Behandlung in der JVA. Diese sei sehr professionell und charakteristisch für ein demokratisches System.

Puigdemont war am 25. März 2018 an der Autobahn 7 auf der Rückreise aus Skandinavien festgenommen worden. Grundlage war ein von Spanien erwirkter europäischer Haftbefehl. Anschließend kam der Politiker in Neumünster in Haft und nach 13 Tagen unter Auflagen wieder frei.

Der katalanische Separatistenführer Carles Puigdemont | Bildquelle: OLAF MALZAHN/EPA-EFE/REX
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Der katalanische Separatistenführer Puigdemont saß selbst zeitweise in der JVA ein.

Der katalanischer Separatistenführer Puigdemont | Bildquelle: dpa
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Puigdemont schenkt der JVA 100 Bücher katalanischer Autoren - in deutscher Übersetzung.

Im Juli hob das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht dann den Auslieferungshaftbefehl gegen ihn auf. Auslöser war der Verzicht des Obersten Gerichts in Madrid auf eine Auslieferung des damals 55-Jährigen. Ende Juli verließ er Deutschland, inzwischen lebt er wieder in der Nähe von Brüssel.

Puigdemont will bei Europawahl antreten

Puigdemont teilte vor kurzem mit, bei der Europawahl Ende Mai als Spitzenkandidat des separatistischen Bündnisses JuntsxCat ins Rennen zu gehen. Er wolle mit dem Schritt für ein unabhängiges Katalonien eintreten.

Zudem wolle er in die spanische Konfliktregion zurückkehren, wenn er den Einzug ins Europäische Parlament schaffe. Als Europaabgeordneter würde er in der gesamten Europäischen Union und somit auch in Spanien parlamentarische Immunität genießen, hatte Puigdemont in einem Interview des katalanischen Radiosenders RAC1 gesagt.

Zwölf ehemalige Mitstreiter von Puigdemont müssen sich seit Mitte Februar wegen der Unabhängigkeitsbestrebungen vor dem Obersten Gericht in Madrid verantworten. Der Gruppe um den früheren Vize-Regionalpräsidenten Oriol Junqueras wird unter anderem Rebellion, Aufruhr und Veruntreuung zur Last gelegt.

Den Angeklagten drohen Haftstrafen von bis zu 25 Jahren. Die Urteile werden nicht vor Juli erwartet. Wegen seines Aufenthalts im Exil ist Puigdemont vom Verfahren nicht betroffen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 25. März 2019 um 14:00 Uhr und Inforadio um 13:10 Uhr.

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