Hurrikan Fiona trifft Puerto Rico | AP

Puerto Rico "Lebensbedrohliche Sturzfluten"

Stand: 19.09.2022 10:33 Uhr

Hurrikan "Fiona" hat die Energieversorgung auf der Karibikinsel Puerto Rico komplett zusammenbrechen lassen. Für das US-Gebiet wurde der Notstand ausgerufen. Nun trifft auch die Dominikanische Republik Vorkehrungen.

Hurrikan "Fiona" ist in Puerto Rico auf Land getroffen und hat Überschwemmungen in weiten Teilen der Karibikinsel ausgelöst. Dies gab das US-Hurrikanzentrum in Miami bekannt - und sprach eine Warnung für das US-Außengebiet Puerto Rico und für die Dominikanische Republik aus.

"Diese Niederschlagsmengen werden in Puerto Rico und Teilen der östlichen Dominikanischen Republik zu lebensbedrohlichen Sturzfluten und Überschwemmungen in den Städten sowie zu Schlammlawinen und Erdrutschen in höher gelegenen Gebieten führen", hieß es. US-Präsident Joe Biden rief den Notstand in dem US-Territorium aus.

Karte: Puerto Rico und Dominikanische Republik

Auf Fotos in sozialen Netzwerken waren umgestürzte Bäume, Überschwemmungen und Rettungsaktionen zu sehen. Der Notfall sei noch nicht vorbei, schrieb Gouverneur Pedro Pierluisi.

Geschwindigkeiten von bis zu 140 km/h

"Ich fordere die Menschen auf, in ihren Häusern zu bleiben", sagte William Miranda Torres, der Bürgermeister der Stadt Caguas im Norden der Insel. Dort wurde mindestens ein großer Erdrutsch gemeldet. Der Hurrikan riss auch eine Brücke in der zentralen Bergstadt Utuado weg. Diese war laut Polizei nach dem Hurrikan "Maria" im Jahr 2017 von der Nationalgarde errichtet worden.

Nach Angaben des Nationalen Hurrikanzentrums der USA traf "Fiona" etwa 25 Kilometer südöstlich der Hafenstadt Mayaguez auf Land. Der Sturm erreichte eine maximale Windgeschwindigkeit von 140 Kilometern pro Stunde und bewegte sich in nordwestliche Richtung. Dichte Wolken hingen über der gesamten Insel. Der Sturm soll noch in bis zu 220 Kilometer Entfernung zu spüren gewesen sein.

Unterdessen bereitete sich die Dominikanische Republik auf "Fiona" vor. Der Wirbelsturm hatte über dem Atlantik an Kraft gewonnen und war auf dem Weg nach Puerto Rico zu einem Hurrikan hochgestuft worden.

Stromausfall dürfte Tage dauern

"Fiona" hatte bereits vor Ankunft des Wirbelsturms zu einem kompletten Stromausfall auf der Karibikinsel geführt. "Das Stromnetz ist aufgrund der Auswirkungen des Hurrikans derzeit außer Betrieb", so Gouverneur Pierluisi in sozialen Netzwerken. Nach Angaben des Stromanbieters Luma Energy könnte die komplette Wiederherstellung der Stromversorgung mehrere Tage dauern. Der Wind habe Leitungen zerrissen und damit einen Stromausfall auf der gesamten Insel ausgelöst.

Schon vor dem Sturm war in Puerto Rico der Strom immer wieder ausgefallen, was auch zu Demonstrationen führte. Unzuverlässige Stromversorgung ist seit Langem ein Problem in dem US-Außengebiet.

Puerto Rico, eine Insel mit gut drei Millionen Einwohnern, ist während der Hurrikan-Saison oft Stürmen ausgesetzt. Besonders der Hurrikan "Maria" hatte im Jahr 2017 verheerende Folgen und forderte rund 3000 Todesopfer. Die Hurrikan-Saison im Atlantik dauert von Juni bis November.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. September 2022 um 08:00 Uhr.