Proteste in Istanbul | Bildquelle: AP

Nach umstrittenem Referendum Proteste gegen Erdogan

Stand: 17.04.2017 22:37 Uhr

Mehrere Tausend Menschen haben nach dem Referendum in der Türkei gegen Erdogan demonstriert. In mehreren Großstädten riefen Organisationen zu Kundgebungen auf. Türkischen Medien zufolge soll US-Präsident Trump Erdogan inzwischen gratuliert haben.

Nach dem umstrittenen Verfassungsreferendum in der Türkei ist es in Istanbul zu Protesten gegen Präsident Recep Tayyip Erdogan gekommen. Im Stadtteil Besiktas im Zentrum der Millionenmetropole versammelten sich rund 2000 Demonstranten, wie eine dpa-Reporterin berichtete. Sie skandierten unter anderem "Dieb, Mörder, Erdogan".

Anwohner lehnten sich aus dem Fenster. Sie klatschten und schlugen als Zeichen des Protestes auf Töpfe. Auch im Istanbuler Viertel Kadiköy auf der asiatischen Seite der Metropole versammelten sich nach Angaben von Augenzeugen mehrere Tausend Demonstranten. Sie hielten Plakate in die Luft, auf denen in Anlehnung an den knappen Sieg des "Ja"-Lagers beim Referendum stand: "Das "Nein" ist nicht zu Ende, es fängt gerade erst an".

Die Türkei nach dem Referendum
tagesthemen 23:35 Uhr, 17.04.2017, Hilde Stadler, ARD Istanbul

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Mehrere Organisationen rufen zu Protesten auf

Die Gruppe "Hayir Besiktas" (Nein Besiktas) hatte in dem Aufruf zur Demonstration geschrieben: "Wir sind hier gegen Betrügereien, Ungerechtigkeiten und gestohlene Stimmen!" Auch in der Hauptstadt Ankara und der westtürkischen Stadt Izmir hatten Regierungskritiker zu Protesten aufgerufen. Auch die aus den regierungskritischen Gezi-Protesten im Frühjahr und Sommer 2013 entstandene Oppositionsgruppe "Haziran Hareketi" ("Juni Bewegung") rief via Twitter zum Widerstand auf.

Proteste in Istanbul | Bildquelle: AFP
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Die Gegner des Referendums demonstrierten unter anderem im Stadtteil Besiktas.

Schon am Sonntagabend hatte es in Istanbul, Ankara und Izmir Proteste gegen das vorläufige Ergebnis gegeben. In den drei Städten überwogen nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu die "Nein"-Stimmen beim Referendum.

Erdogan nimmt Proteste nicht ernst

Erdogan verspottete die Demonstranten in einer Ansprache vor dem Präsidentenpalast. "Während das Ergebnis vom 16. April unser Volk zufriedengestellt und glücklich gemacht hat, hat es andere ganz ohne Zweifel enttäuscht", sagte er. "Wie ich sehe, sind die mit den Kochtöpfen und Pfannen wieder aufgetaucht."

In Anlehnung an die niedergeschlagenen Gezi-Proteste vom Sommer 2013 sagte Erdogan: "Das sind eben Gezi-Leute. Das sind die mit den Töpfen und Pfannen." Auch damals hatten Anwohner ihrem Protest durch das Schlagen auf Kochtöpfe Ausdruck verliehen.

Trump soll Erdogan gratuliert haben

US-Präsident Donald Trump hat laut türkischen Staatsmedien seinem türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan zu dessen Sieg beim Verfassungsreferendum gratuliert. Trump habe Erdogan am Abend angerufen, um ihm zu dessen Erfolg bei dem Referendum zu gratulieren, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf Regierungskreise.

Politiker in der EU hatten sich dagegen zurückhaltend zu dem Abstimmungsergebnis geäußert, internationale Wahlbeobachter äußerten Kritik am Referendum.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 17. April 2017 um 23:35 Uhr.

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