Tausende Demonstranten in gelben Westen versammeln sich in Paris | Bildquelle: AFP

Proteste in Frankreich Tausende Gelbwesten auf der Straße

Stand: 12.01.2019 14:31 Uhr

Zigtausende Demonstranten haben sich erneut in Paris versammelt, um gegen die Regierung zu protestieren. Die Behörden befürchten eine Eskalation der Gewalt. 80.000 Sicherheitskräfte sind im Einsatz.

Auch zur neunten Wochenenddemonstration der "Gelbwesten"-Bewegung sind Zigausende Teilnehmer nach Paris gekommen. Sie versammelten sich am Vormittag in der Nähe des Finanzministeriums im Osten der Hauptstadt und marschierten von dort Richtung Zentrum zur Prachtstraße Champs-Élysées. Sie protestieren - auch in anderen Teilen des Landes - gegen die Sozial- und Steuerpolitik der Regierung und fordern den Rücktritt von Präsident Emmanuel Macron.

Die Polizei teilte mit, sie habe vor Beginn der Kundgebung 24 Personen festgenommen, die meisten, weil sie Gegenstände bei sich getragen hätten, die als Waffen genutzt werden könnten. In Paris sind rund 5000 Sicherheitskräfte im Einsatz, landesweit rund 80.000 Polizisten.

Demonstration in Bourges

Auch in in der Stadt Bourges im Zentrum Frankreichs wurde zu einer größeren Demonstration aufgerufen. Vor Beginn des Protestmarsches wurden dort nach Angaben der Behörden 15 Personen "vorsorglich festgenommen". Die Polizei rechnete dort mit bis zu 3000 Demonstranten.

Priscilla Ludosky, eine der frühen Wortführerinnen der "Gelbwesten" vom gemäßigten Flügel | Bildquelle: AFP
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Organisatorin der Demonstration in Bourges in Zentralfrankreich: Priscilla Ludosky, eine der frühen Wortführerinnen der "Gelbwesten" vom gemäßigten Flügel.

Protestbewegung wieder stärker

Über Weihnachten und Neujahr hatte der Zulauf zu den Demonstrationen abgenommen. Doch trotz Zugeständnissen des Präsidenten, darunter Steuererleichterungen im Umfang mehrerer Milliarden Euro und dem Führen einer "nationalen Debatte", sind die Demonstrationen in diesem Monat wieder größer geworden. Für den 15. Dezember hatten die Behörden  die Teilnehmerzahl mit 66.000 angegeben, was die "Gelbwesten" für viel zu niedrig erachteten.

Staatschef Emmanuel Macron versucht die Protestbewegung durch einen "Bürgerdialog" zu besänftigen, der kommenden Dienstag beginnen soll. Der Vorschlag stößt jedoch weitgehend auf Skepsis.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. Januar 2019 um 14:00 Uhr.

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