Oppositionsprotest in Islamabad | Bildquelle: AFP

Oppositionelle in Islamabad Protestcamp gegen Pakistans Regierung

Stand: 05.11.2019 16:53 Uhr

Sie campieren im Zentrum der Hauptstadt Islamabad und fordern den Rücktritt der Regierung: In Pakistan hält der von Oppositionsparteien organisierte Massenprotest gegen Premier Khan an. Verhandlungen blieben bislang erfolglos.

Seit Tagen schon protestieren Anhänger mehrerer Oppositionsparteien in Pakistan. Rund 100.000 Demonstranten haben im Zentrum der Hauptstadt Islamabad ein Protestcamp errichtet, um den Druck auf Premier Imran Khan zu erhöhen und seinen Rücktritt zu erzwingen.

Verhandlungen von Regierungsvertretern mit Vertretern der demonstrierenden Oppositionsparteien blieben bisher ergebnislos, sollten aber fortgesetzt werden, erklärten beide Seiten vor Journalisten.

Protest in Islamabad | Bildquelle: AP
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Gekommen, um zu bleiben: Demonstranten in Islamabad.

"Marsch auf Islamabad"

Die Protestaktion wird vom konservativen Kleriker Maulana Fazlur Rehman angeführt. Rehman hatte vor rund zehn Tagen zu einem "Marsch auf Islamabad" aufgerufen und kurz nach der Ankunft der Zehntausenden Demonstranten, die zu einem großen Teil Anhänger seiner Partei JUI-F sind, dem pakistanischen Premier ein Ultimatum gestellt. Sollte Khan nicht innerhalb von zwei Tagen zurücktreten, werde der Protest auf die nächste Stufe gehoben. Auch andere namhafte Oppositionspolitiker unterstützten das Ultimatum vom Freitag. 

Die Regierung lehnte einen Rücktritt Khans ab, bot der Opposition aber Gespräche an.

Imran Khan bei einer Fernsehansprache | Bildquelle: REUTERS
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Premier Khan ist unter Druck geraten.

Wenn Khan zurückgetreten sei, solle es Neuwahlen geben, fordern die Demonstranten. Zudem solle sich das Militär aus der Politik heraushalten. Oppositionspolitiker warfen dem mächtigen Militär vor, die Parlamentswahl von 2018 manipuliert zu haben, um Khans Partei zum Wahlsieg zu verhelfen.

Das Militär hat Pakistan fast die Hälfte seines Bestehens regiert. Generäle werden zudem immer wieder beschuldigt, hinter den Kulissen Fäden zu ziehen, um zivile Regierungen zu beeinflussen oder destabilisieren.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. November 2019 um 17:00 Uhr.

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