Proteste gegen die Steuererhöhung auf Benzin und Diesel in Frankreich | Bildquelle: AFP

Massendemos in Frankreich Paris bleibt bei Steuererhöhung

Stand: 18.11.2018 22:28 Uhr

Eine Tote, viele Verletzte und Festnahmen - die Proteste in Frankreich gegen höhere Benzinsteuern waren heftig. Die Regierung Macron zeigt sich aber unbeeindruckt: An den geplanten Steuererhöhungen hält sie fest.

Trotz massenhafter Proteste am Wochenende will Frankreichs Regierung an geplanten Steuererhöhungen auf Benzin und Diesel festhalten. Man werde den abgesteckten Kurs halten, sagte Premierminister Édouard Philippe am Abend im Sender France 2. Ziel sei, "dass die Steuern schwerer auf CO2 und Umweltverschmutzung lasten als auf der Arbeit".

Philippe sagte, er habe die Forderungen der Protestierenden gehört. Aber eine Regierung, die bei Schwierigkeiten ständig einlenke, führe Frankreich nicht in die richtige Richtung. Zugleich räumte er ein, dass es noch mehr Erklärungsbedarf gebe. "Und das werden wir tun."

Kritik auch gegen gesunkene Kaufkraft

Am Samstag und Sonntag hatten in ganz Frankreich mehr als 240.000 Menschen gegen die geplanten Steuererhöhungen und die Reformpolitik von Präsident Emmanuel Macron demonstriert. Der Protest hatte sich unter dem Namen "Gilets Jaunes" (dt. gelbe Westen) formiert, in Anspielung auf die Warnwesten, die auch in Frankreich jeder Autofahrer dabeihaben muss.

Inzwischen richtet sich die Kritik gegen die Politik von Präsident Emmanuel Macron im Allgemeinen. Macron äußerte sich bisher nicht zu den Demonstrationen.

Proteste gegen die Steuererhöhung auf Benzin und Diesel in Frankreich | Bildquelle: AFP
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Eine Tote, Hunderte Verletzte, Dutzende Festnahmen - die Stimmung bei den Proteste war oft aggressiv.

Eine Tote, 409 Verletzte

Mit Straßenblockaden legten die Gelbwesten mancherorts den Verkehr lahm. Es kam zu vielen Unfällen, als Autofahrer versuchten, ihre Wagen durch die Sperrungen zu steuern. Eine Frau starb. Die Zahl der Verletzten stieg auf 409. 14 von ihnen erlitten nach Angaben des Ministers schwere Verletzungen.

Die Proteste waren ungewöhnlich, weil sie weder von Gewerkschaften noch von Parteien offiziell unterstützt worden waren.

Innenminister Christophe Castaner beschrieb die Lage als unruhig. Während der Demonstrationen sei es zu Aggressionen, körperlichen Auseinandersetzungen und Messerstechereien gekommen, einige davon unter den Demonstrierenden. 157 Menschen wurden festgenommen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 19. November 2018 um 02:00 Uhr.

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