Demos Paris | Bildquelle: AFP

Proteste gegen Macron "Wir weichen nicht!"

Stand: 26.05.2018 18:54 Uhr

In Frankreich sind erneut Zehntausende auf die Straße gegangen, um gegen den Reformkurs von Präsident Macron zu protestieren. Aufgerufen hatten linke Parteien und Gewerkschaften. Sie werfen Macron vor, Reiche zu begünstigen.

Von Barbara Kostolnik, ARD-Studio Paris

Zum Jahrestag seiner Wahl am 5. Mai hatten seine Kritiker dem Präsidenten ein Fest, ein Protestfest ausgerichtet. Zehntausende versammelten sich auf den Straßen, demonstrierten. Auch heute wieder. Geplant war, eine "Flut" zu erzeugen, für Gleichheit, soziale Gerechtigkeit und Solidarität.

Demos Paris | Bildquelle: AFP
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Zehntausende protestieren gegen die Reformpolitik von Frankreichs Präsident Macron.

Eine Welle, eine Flut hatte sich die Anti-Macron-Bewegung erhofft. Eine Welle durch ganz Frankreich, die endlich den Präsidenten zu einer Umkehr oder Einkehr bewegen sollte: "Er weicht nicht, aber wir weichen auch nicht", bekräftigt deine Demonstrantin in Paris. "Wir sind entschlossen, bis zum Letzten zu kämpfen". Eine andere Frau ergänzt: "Seit März, April gibt es in Frankreich enorme soziale Konflikte. Bei der Staatsbahn SNCF, bei Air France, im öffentlichen Dienst, alle richten sich gegen unterschiedliche Dinge, aber im Kern geht es bei allen gegen die Politik von Macron."

Linke bemüht sich um Einigkeit

Zu Zehntausenden waren sie in vielen Städten Frankreichs auf die Straße gegangen, gegen die Sozialpolitik des Präsidenten, alle gemeinsam. Zum ersten Mal war auch die Gewerkschaft CGT, die besonders Anti-Macron eingestellt ist, offiziell mit an Bord: "Seit längerem gibt es diese Einheitsfront nicht mehr, was ein großes Problem ist", räumt CGT-Chef Philippe Martinez ein. Und fügt hinzu: "Wir arbeiten daran, das zu ändern."

Zehntausende demonstrieren gegen Macrons Reformkurs
tagesschau 20:00 Uhr, 26.05.2018, Sabine Rau, ARD Paris

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Allerdings marschierte die Linke auch heute getrennt: Martinez in Paris und Jean-Luc Melenchon von den Ultralinken der France Insoumise in Marseille: "Macron, Sie haben überall Milliarden gefunden für die Reichen. Wir glauben Ihnen nicht, dieses Land ist reich, es muss teilen und es dürfen nicht immer dieselben sein, die alles bekommen", sagt der. Darauf, dass endlich alle Linken sich zusammentun, um Emmanuel Macron zu bekämpfen, setzen auch die Kommunisten. Deren Chef Pierre Laurent setzt große Hoffnungen in den heutigen Tag: "Dieser Tag heute ist eine wichtige, eine entscheidende Etappe. Wir respektieren uns gegenseitig und arbeiten zusammen, das hat dieses Gemeinsame geschaffen. Viele Menschen, die heute marschieren, gehören keiner Partei an, keiner Gruppierung und das ist das Motto dieses Tages."

Von kleineren Zwischenfällen abgesehen, mussten die etwa 2000 Einsatzkräfte der Polizei und Spezial-Truppe CRS nicht eingreifen, im Vorfeld waren einige der berüchtigten Störer aus dem sogenannten Schwarzen Block festgenommen worden.

Macron bleibt bei seinem Kurs

Dass diese Demonstrationen etwas an der Politik des französischen Präsidenten ändern könnten, hatte Macron noch am Vortag von Russland aus, wo er mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zusammengetroffen war, ausgeschlossen. "Wissen Sie, das hält uns nicht auf“, sagte er dem französischen Fernsehsender BFM in einem Exklusiv-Interview. "Ich verstehe, dass nicht alle Franzosen mit dem einverstanden sind, was ich mache. Aber ich will die Arbeitswelt verändern: Wir reformieren zum Beispiel die Schule, die Ausbildung. Seit Jahrzehnten ist in diesem Land nichts passiert. Im größten Land der EU herrscht Massenarbeitslosigkeit, das will ich ändern. Ich verlange eben von den Unternehmen, dass sie sich engagieren, und ich versichere Ihnen, meine Reformen werden weitergehen.“

Die Botschaft von Macron ist dabei genauso klar wie die seiner Gegner: Ich weiche nicht.

"Protestflut" gegen Macron - neuer Streiktag in Frankreich
Barbara Kostolnik, ARD Paris
26.05.2018 18:25 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 26. Mai 2018 um 17:00 Uhr.

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