Beschluss des französischen Parlaments Freier müssen künftig Strafe zahlen

Stand: 12.06.2015 18:13 Uhr

Frankreich will Freier von Prostituierten künftig mit bis zu 1500 Euro Strafe belegen. Das Parlament billigte mit den Stimmen der regierenden Sozialisten einen entsprechenden Gesetzesentwurf. Prostituierten selbst soll ein "Ausweg aus dem Gewerbe" ermöglicht werden.

Das französische Parlament hat mit den Stimmen der regierenden Sozialisten die Bestrafung von Freiern beschlossen. Kunden von Prostituierten müssen damit künftig mit bis zu 1500 Euro Geldstrafe rechnen. Zudem will die Regierung mit dem Gesetz Prostituierten einen "Ausweg aus dem Gewerbe" ermögliche. Ein Straftatbestand, der "Kundenfang" durch Prostituierte unter Strafe stellte, wurde in der gleichen Abstimmung wieder gestrichen. Der Gesetzentwurf geht nun wieder zurück in den Senat.

In Frankreich gibt es Schätzungen zufolge rund 30.000 Prostituierte. Die meisten der Frauen kommen aus Osteuropa, Afrika, China und Südamerika.

Strauss-Kahn geht noch ohne Strafe

Fast zeitgleich hatte ein Gericht im nordfranzösischen Lille den einstigen IWF-Chef und früheren sozialistischen Spitzenpolitiker Dominique Strauss-Kahn vom Vorwurf der Zuhälterei freigesprochen. Kunden von Prostituierten werden derzeit in Frankreich nicht bestraft. Strauss-Kahn hatte an ausschweifenden Sexpartys mit Callgirls teilgenommen, hatte nach Ansicht des Gerichts die Partys aber nicht mitorganisiert.

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